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AWS, ECS vs. Kubernetes: Ein unfairer Vergleich?

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Yifat Perry
Yifat Perry

AWS, ECS vs. Kubernetes: Ein unfairer Vergleich?

Container-Orchestrierung auf AWS: ECS, EKS oder Kubernetes im Vergleich

AWS Elastic Container Service (ECS) ist Amazons eigene Container-Orchestrierungsplattform. Sie zeichnet sich durch ihre Benutzerfreundlichkeit aus, doch ist sie wirklich eine echte Alternative zu Kubernetes, dem äußerst beliebten De-facto-Standard für die Container-Orchestrierung?

In diesem Beitrag argumentieren wir, dass der Vergleich von ECS mit reinem Kubernetes nicht vollständig zutreffend ist, da ECS ein vollständig verwaltetes Erlebnis bietet, das Kubernetes so nicht bereitstellt. Außerdem betrachten wir den Amazon Elastic Kubernetes Service (EKS) als dritte Option, die gleiche Wettbewerbsbedingungen schafft. Darüber hinaus zeigen wir, wie  NetApp Cloud Volumes ONTAP bei der Bereitstellung von Speicher für ECS, EKS oder reines Kubernetes auf AWS unterstützen kann.

Was ist AWS ECS?

AWS ECS erklärt: Amazons Container-Orchestrierungsdienst

Amazon Elastic Container Service (Amazon ECS) ist ein Container-Orchestrierungsdienst, der Docker-Container ausführt und verwaltet. Er betreibt Cluster von virtuellen Maschinen in der Amazon-Cloud und übernimmt das Management, die Skalierung und die Terminierung von Container-Gruppen auf diesen Maschinen, über mehrere Availability Zones (AZs) hinweg.

ECS bietet eine komfortable, programmatische Möglichkeit,

  • den Status Ihres Clusters abzufragen und zu ändern,
  • Operationen auf Containern auszuführen und
  • direkt auf AWS-Dienste zuzugreifen, die mit Ihrem Cluster verbunden sind, etwa IAM, CloudWatch oder CloudTrail.

Diagramm – Task Definition (Bildquelle: AWS)

Vorteile von Amazon ECS

  • Serverlose Infrastruktur: ECS ermöglicht den Betrieb von Containern, ohne dass Sie virtuelle Maschinen direkt verwalten müssen. Der Dienst stellt EC2-Instanzen bereit (oder nutzt Fargate) und verwaltet die Container darauf automatisch.
  • Integrierte Sicherheit: Container werden standardmäßig innerhalb einer Virtual Private Cloud (VPC) gestartet und profitieren von isolierten, sicheren Netzwerkstrukturen.
  • Nahtlose AWS-Integration: ECS ist eng verzahnt mit Diensten wie Elastic Load Balancing, CloudWatch, CloudFormation und IAM – ideal für durchgängige AWS-Workflows.
  • Spot-Instances nutzen: Da Container unveränderlich sind, können viele Workloads auf Amazon EC2 Spot Instances laufen. So lassen sich – je nach Szenario – bis zu 90 % der Kosten im Vergleich zu On-Demand-Instanzen einsparen.

Was ist Kubernetes?

Kubernetes ist ein Open-Source-Framework für die Container-Orchestrierung. Es wurde ursprünglich von Google entwickelt und basiert auf jahrelanger Erfahrung im Betrieb großer, containerisierter Systeme. Heute gilt Kubernetes als De-facto-Standard für Container-Orchestrierung und ist in der Cloud ebenso verbreitet wie On-Premises.

Zentrale Funktionen von Kubernetes:

  • Service Discovery und Lastverteilung
  • Orchestrierung von Speicher, inklusive persistentem Speicher
  • Automatisierte Rollouts und Rollbacks für containerisierte Anwendungen
  • Self-Healing-Mechanismen für Deployments und Cluster-Ressourcen
  • Secrets- und Konfigurationsmanagement

Kubernetes Cluster (Bildquelle: Kubernetes.io)

AWS ECS vs. Kubernetes

Ein direkter Vergleich von Kubernetes mit Amazon ECS greift zu kurz. ECS vereint in einem Produkt zwei Aspekte:

  • die Container-Orchestrierungsplattform selbst und
  • einen verwalteten Service, der diese Plattform betreibt und Hardware-Ressourcen bereitstellt.

Kubernetes hingegen stellt „nur“ die Orchestrierungsplattform bereit. Das bedeutet: In einem selbstverwalteten Kubernetes-Setup müssen Sie sich zusätzlich um Cluster-Setup, Upgrades, Hochverfügbarkeit und die zugrundeliegende Infrastruktur kümmern.

Immer mehr Unternehmen setzen deshalb auf verwaltete Kubernetes-Dienste, die diese Komplexität reduzieren und schneller produktiv machen. Beispiele sind:

  • Amazon Elastic Kubernetes Service (EKS)
  • Azure Kubernetes Service (AKS)
  • Google Kubernetes Engine (GKE)

Diese Managed Services fügen Kubernetes eine Management-Schicht hinzu und machen die Lösung damit direkt mit Amazon ECS vergleichbar.

Vorteile von Kubernetes

  • Flexible Ausführungsmodelle: Kubernetes kann Container ohne direkten VM-Zugriff orchestrieren und lässt sich mit serverlosen Angeboten wie AWS Fargate oder Azure Container Instances kombinieren.

  • Integrierte Sicherheit: Kubernetes erstellt ein eigenes, privates Netzwerk mit isolierten Ressourcen, Network Policies und RBAC-basierten Zugriffsmodellen.

  • Anbieterunabhängigkeit: Kubernetes ist plattformunabhängig und läuft bei allen großen Cloud-Anbietern sowie lokal. Workloads sind portabel und unterstützen Hybrid- und Multicloud-Strategien.

  • Open Source & Ökosystem: Eine große Community, ein reichhaltiges Ökosystem aus Tools und Plugins sowie eine dynamische Roadmap sorgen für schnelle Innovationen und breite Unterstützung.

  • Praxiserprobt: Kubernetes ist in Produktionen aller Größenordnungen erprobt, von Start-ups bis zu globalen Konzernen und gilt als robust und hoch skalierbar.

AWS ECS vs. EKS

AWS ECS bietet eine Möglichkeit, Container-Dienste innerhalb von AWS zu betreiben und dabei viele Infrastrukturaufgaben an AWS zu delegieren. Doch was, wenn Sie explizit Kubernetes in Ihre AWS-Landschaft integrieren möchten? Hier kommt Amazon Elastic Kubernetes Service (EKS) ins Spiel, ein verwalteter Kubernetes-Service auf AWS.

EKS ist vom Kubernetes-Projekt zertifiziert und garantiert damit, dass bestehende Kubernetes-Anwendungen, -Tools und -Plugins auch auf EKS lauffähig sind.

Zentrale Unterschiede zwischen ECS und EKS (auf hohem Niveau)

  • Technologie-Stack: ECS basiert auf einem proprietären AWS-Control-Plane-Ansatz, während EKS „Upstream-Kubernetes“ bereitstellt.
  • Portabilität: Workloads, die für EKS entwickelt werden, lassen sich mit minimalen Änderungen auch in anderen Kubernetes-Umgebungen betreiben. ECS-Workloads sind typischerweise an AWS gebunden.
  • Ökosystem: EKS kann das vollständige Kubernetes-Ökosystem nutzen (Ingress-Controller, Service-Meshes, Storage-Plugins usw.), während ECS stärker auf die native AWS-Welt fokussiert ist.
  • Komplexität: ECS ist für viele Use Cases einfacher zu verstehen und zu betreiben. EKS bietet mehr Flexibilität, erfordert aber in der Regel mehr Kubernetes-Know-how.

AWS ECS, EKS oder reines Kubernetes: Welche Option sollten Sie wählen?

Die Wahl zwischen Amazon ECS, EKS und selbstverwaltetem Kubernetes hängt von Größe, Reifegrad und Zielen Ihres Projekts ab:

  • Kleinere Deployments: Für überschaubare Umgebungen mit klar begrenztem Scope ist ECS häufig die pragmatischste Wahl, der Dienst ist eng in AWS integriert und schnell produktiv.
  • Große oder hybride Umgebungen: Organisationen mit komplexen Umgebungen, Hybrid-/Multicloud-Strategien oder Bedarf an starker Automatisierung und Erweiterbarkeit profitieren meist von EKS. EKS bietet die Flexibilität von Kubernetes und gleichzeitig die Vorteile eines Managed Service.
  • Legacy-Workloads und maximale Kontrolle: Wer Legacy-Workloads schrittweise in Container überführen will oder zunächst on-prem experimentieren möchte, setzt oft auf selbstverwaltetes „reines“ Kubernetes. So lassen sich Dev/Test/Prod-Setups lokal etablieren und bei Bedarf später in die Cloud migrieren.

ECS, Kubernetes und Cloud Volumes ONTAP

Bei der Bereitstellung containerisierter Workloads stoßen sowohl Kubernetes als auch Amazon ECS an Grenzen, wenn es um Enterprise-Anforderungen wie Kostenkontrolle, Datenpersistenz und Testdatenmanagement geht. Ein typisches Beispiel sind Datenbanken oder Stateful-Services, deren persistente Daten effizient und sicher gespeichert werden müssen, idealerweise mit Backup, Replikation und Tiering.

Genau hier setzt NetApp Cloud Volumes ONTAP an. Als führende Enterprise-Lösung für Datenmanagement bietet Cloud Volumes ONTAP sichere, bewährte Storage-Management-Services auf Basis von AWS, Azure und Google Cloud.

Über NetApp Trident können Storage-Volumes auf Azure Disk, Amazon EBS oder Google Persistent Disk dynamisch und automatisiert bereitgestellt werden, ohne Mehraufwand für Entwicklerteams. Die Integration funktioniert sowohl mit Kubernetes als auch mit ECS-basierten Umgebungen (etwa, wenn Container persistenten NFS- oder iSCSI-Storage nutzen).

Typische Enterprise-Use-Cases für Cloud Volumes ONTAP

  • Dateidienste und Fileshares
  • Datenbanken und geschäftskritische Applikationen
  • DevOps-Workloads mit Cloning, Snapshots und schnellem Rollback
  • Containerisierte Anwendungen mit persistentem Speicherbedarf

Vorteile in Kubernetes- und ECS-Umgebungen

  • Kubernetes-NFS-Sharing für Multi-Pod- und Multi-Cluster-Szenarien
  • Hohe Verfügbarkeit und integrierter Schutz für persistente Daten
  • Kosteneffiziente Datensicherung und Replikation über Regionen und Clouds hinweg
  • Reduzierung der Cloud-Speicherkosten dank NetApp-Speichereffizienz (Deduplizierung, Komprimierung usw.)
  • Automatisierung wiederkehrender Storage-Workflows und Dev/Test-Szenarien

So kombinieren Sie die Stärken von ECS, EKS oder reinem Kubernetes mit Enterprise-Storage und schaffen eine robuste Grundlage für containerisierte Workloads, egal, ob Sie gerade beginnen oder bereits im großen Maßstab produktiv sind.

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