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FlexPod für VMware

Die Zukunft der IT liegt – so viel steht fest – in Shared IT-Infrastrukturen. Der Weg dorthin ist jedoch für viele Unternehmen noch unklar. Bei der Integration von heterogenen Server-, Netzwerk- und Storage-Komponenten in eine Shared IT-Infrastruktur mit ausgewogener Performance und hoher Effizienz sowie bei der nachfolgenden Implementierung geschäftskritischer Applikationen auf dieser Infrastruktur sind einige potenzielle Fallen zu überwinden.

Zur Bewältigung dieser Herausforderungen haben Cisco, NetApp und VMware gemeinsam FlexPod für VMware entwickelt – eine vorkonfigurierte, validierte und standardisierte Datacenter-Architektur, die über ausgewählte Channel Partner erhältlich ist. FlexPod bietet eine Shared IT-Infrastruktur mit hochmodernen Komponenten, mit der Sie Risiken senken, die Datacenter-Effizienz maximieren und mühelos neue Services bereitstellen bzw. eine neue Datacenter-Infrastruktur einrichten können. FlexPod wurde mit dem Ziel höchster Fexibilität entwickelt. Sie können eine einzelne FlexPod Konfiguration problemlos ausbauen oder mit mehreren identischen FlexPod Installationen skalieren. Die Skalierungs- und Implementierungsprozesse für FlexPod sind vollständig dokumentiert, um Sie sicher zum Erfolg zu führen.

Dieser Artikel beschreibt die einzelnen Komponenten von FlexPod für VMware und untersucht mögliche Workloads. Zudem wird FlexPod im Zusammenhang mit Open Management diskutiert.

Was ist FlexPod für VMware?


FlexPod für VMware bildet mit Hilfe branchenführender Hardware- und Software-Komponenten von Cisco, NetApp und VMware eine Shared IT-Infrastruktur. Abbildung 1 zeigt die FlexPod Basiskonfiguration. Das Design sämtlicher FlexPod Komponenten ist auf maximale Redundanz und höchste Verfügbarkeit ausgerichtet.

Die Komponenten von FlexPod für VMware

Abbildung 1) Die Komponenten von FlexPod für VMware

Bei dem von FlexPod genutzten NetApp FAS3210A Storage-System handelt es sich um eine Dual-Controller-Konfiguration mit 42 TB SAS Storage und 512 GB Flash Cache für intelligentes Caching, wodurch die Server- und Desktop-Virtualisierung und andere Applikationen deutlich beschleunigt werden. Mit FAS3210A wird ein hohes Maß an Storage-Effizienz erzielt, dank bewährter NetApp Technologien wie RAID-DP, Deduplizierung, Thin Provisioning und FlexClone.

In Sachen Rechnersystem verfügt FlexPod über zwei Arten von Blades: den B-Series B200 M2 Blade Server für allgemeine Workloads und den B250 M2 Extended Memory Blade Server für speicherintensive Workloads. B250 M2 bietet mehr als die doppelte Speicherkapazität eines normalen 2-Socket-Servers, um allen Anforderungen von Virtualisierungsumgebungen und datenaufwendigen Applikationen gerecht zu werden. Das Cisco Unified Computing System (Cisco UCS) liefert die höchste Dichte für Virtualisierungssysteme, eine konsolidierte Verkabelung und Unified Fabric zur Verringerung der Netzwerkkomplexität.

Zur Vernetzung bieten die Switches der Cisco Nexus 5500 Series ein einheitliches, extrem schnelles Fabric für die Konnektivität. Abbildung 2 zeigt die FlexPod Konnektivität im Detail und demonstriert die Redundanz aller Netzwerkpfade.

FlexPod Konnektivität

Abbildung 2) FlexPod Konnektivität

Die in der ersten FlexPod Konfiguration implementierte Netzwerk-Infrastruktur bietet Ports und eine entsprechende Bandbreite für bis zu drei FlexPod Installationen. Mit anderen Worten: Sie können zwei weitere FlexPod Installationen zu Ihrer Infrastruktur hinzufügen, bevor Sie zusätzliche Netzwerkkapazitäten benötigen.

Zwei Netzwerkkomponenten wurden besonders mit Blick auf die Unterstützung von VMware entworfen:

  • Das Cisco Nexus 1000V Virtual Supervisor Module (VSM) ist ein Software Switch, der innerhalb des VMware Kerns oder auf der Cisco Nexus 1010 Appliance läuft und für die enge Integration zwischen der Server- und Netzwerkumgebung sorgt.
  • Cisco Nexus 1010 ist eine dedizierte Appliance, die mehrere Instanzen von Cisco Nexus 1000V VSM unterstützt, um die einzelnen Server Blades zu entlasten und so Skalierbarkeit und Performance zu verbessern.

Cisco Nexus 1000V und Cisco Nexus 1010

Abbildung 3) Cisco Nexus 1000V und Cisco Nexus 1010

FlexPod für VMware umfasst VMware vSphere Enterprise Plus und VMware vCenter. VMware ist die führende Server-Virtualisierungstechnologie und bietet Funktionen wie VMotion, Storage VMotion und Distributed Resource Scheduler. Für Nutzer, die bereits eine VMware Enterprise Lizenz besitzen, ist FlexPod ohne die VMware Software-Komponenten erhältlich.

Zum Element-Management stellt FlexPod für VMware drei Komponenten bereit:

  • VMware vCenter bietet eine skalierbare und erweiterbare Management-Plattform, die auch die Workflow-Automatisierung unterstützt.
  • Cisco UCS Manager ermöglicht das eingebettete Management von Cisco Komponenten und die Integration mit vCenter.
  • Mit der NetApp OnCommand Management Suite können Sie Aufgaben des Storage-Managements an Server- oder VMware Administratoren delegieren. Zudem sorgt die Suite für die vCenter Integration.

Viele Rechenzentren haben entweder bereits ein standardisiertes Systemmanagement implementiert oder werden dies demnächst tun. Zur Erleichterung der Integration in vorhandene Management-Frameworks bietet jede Ebene der FlexPod für VMware Lösung – Hypervisor, Netzwerk, Rechentechnik und Storage – offene APIs zur Integration mit Produkten von BMC, CA, DynamicOps, HP, IBM, newScale, VMware und anderen.

Die Vorzüge von FlexPod


FlexPod für VMware erleichtert die Implementierung von Shared IT-Infrastrukturen. Die Komponenten sind integriert und standardisiert, um eine zügige, wiederholbare und konsistente Implementierung zu gewährleisten. FlexPod eliminiert Unsicherheiten:

  • bei der Ressourcenbeschaffung
  • bei der Kapazitätsplanung und Größenanpassung des Rechenzentrums
  • bei Betrieb und Bereitstellung

Sie können im Handumdrehen neue Applikationen einrichten oder vorhandene Applikationen erweitern.

  • Horizontale und vertikale Skalierung: Mit FlexPod können Sie Ihre Infrastruktur auf einfache Weise vergrößern, indem Sie zusätzliche Pods hinzufügen oder Komponenten innerhalb eines Pods ergänzen. Die FlexPod Konfiguration ist nicht starr. Sie bietet eine ausgezeichnete Grundlage für Shared IT-Infrastrukturen in Unternehmen mit gemischten Workloads, ermöglicht aber auch die Skalierung unterschiedlicher Ressourcen (Rechen-/Storage-Ressourcen), ohne dass Änderungen an der Architektur oder der Implementierung vorgenommen werden müssen.
  • Ressourcenpools: Alle FlexPod Komponenten folgen dem Konzept der Ressourcenpools. Anstatt spezifische Ressourcen zu suchen und dann zur Zuweisung an Applikationen auszuwählen, weisen Sie Ressourcen (Rechen-, Storage-, Netzwerk-Ressourcen) einfach je nach Bedarf zu. Diese wählen Sie aus Pools mit verfügbaren Ressourcen aus, ohne sich mit Details aufhalten zu müssen. Die Nutzung solcher Ressourcenpools beschleunigt gängige Bereitstellungs- und Managementaufgaben deutlich.

Sicherheit und FlexPod


Die Sicherheit spielt eine entscheidende Rolle in Shared IT-Infrastrukturen. Darum haben NetApp, Cisco und VMware bereits vor einem Jahr die erste Generation ihrer Lösung für sichere mandantenfähige Systeme mit entsprechender Servicequalität vorgestellt. Die sichere Mandantenfähigkeit wurde vor kurzem weiter verbessert, um noch mehr Sicherheit und Flexibilität bei der Implementierung zu gewährleisten. Zu den neuen Funktionen gehören Load Balancing, SSL-Entlastung und das Erkennen und Verhindern unerwünschter Zugriffe. Die erweiterte sichere mandantenfähige Architektur ist Thema eines weiteren Artikels in dieser Tech OnTap Ausgabe.

Die für erweiterte sichere Mandantenfähigkeit genutzte Architektur ist dieselbe, die von FlexPod für VMware eingesetzt wird. (Die nächste Version des Implementierungsleitfadens geht von FlexPod als Grundlage aus.) Somit steht es Ihnen frei, die komplette Funktionalität der verbesserten SMT-Architektur zu implementieren oder nur diejenigen Sicherheitsfunktionen zu wählen und einzurichten, die Sie in Ihrer Umgebung benötigen.

FlexPod Workloads


Einzelne Workloads können bequem implementiert werden, allerdings basiert das Design von FlexPod für VMware auf der Fähigkeit, 1.500 Benutzer und einen gemischten Workload aus VMware View 4.5 (VDI), Microsoft Exchange 2010, Microsoft SharePoint 2010 und Microsoft SQL Server 2008R2 zu unterstützen. Zudem bietet das FlexPod Design genug Spielraum für die Implementierung weiterer Applikationen. Die Dokumentation zur Erstimplementierung und Größenanpassung basiert auf diesen gemischten Workloads, um zu zeigen, dass FlexPod eine Vielzahl an unterschiedlichen Applikationsanforderungen erfüllen kann. Weitere Dokumente zur Größenvalidierung für andere Applikationen werden nach und nach ergänzt.

Der technische Bericht TR-3884: FlexPod for VMware Solutions Guide bietet allgemeine Hinweise zur Implementierung dieser und weiterer Applikationen und Lösungen auf FlexPod.

  • Entwicklung und Test: FlexPod für VMware umfasst die nötigen Storage-Funktionen, zum Beispiel NetApp FlexClone, und Storage-Protokolle zur Unterstützung von Entwicklungs- und Testumgebungen. Das NetApp VSC Bereitstellungsmodul kann zur Erstellung platzsparender Klone von produktiven Virtual Machines für Test und Entwicklung genutzt werden.

    Entwicklungs-/Testumgebungen lassen sich auf zweierlei Weise sicher von Produktionsumgebungen trennen. Entweder es werden die Funktionen der Cisco UCS Server Blades genutzt, die so gruppiert werden können, dass Pools aus Blades für Tests und Entwicklungen eingesetzt und physisch von der Produktion isoliert werden. Oder die Test- und Entwicklungsressourcen werden in einem separaten VMware ESX Cluster zusammengefasst. Cisco UCS unterstützt Service-Profilvorlagen, die mühelos zur zügigen Implementierung großer Testumgebungen repliziert werden können. Umgebungen lassen sich vor der Implementierung der physischen Hardware bereitstellen.
     
  • Disaster Recovery: FlexPod kann auch als DR-Standort zur Datenwiederherstellung fungieren. In einem idealen Szenario gibt es sowohl an dem geschützten Standort als auch am DR-Standort eine oder mehrere FlexPod Konfigurationen. Die Konfiguration wird dadurch vereinfacht, dass die Standorte als Spiegelungen voneinander eingerichtet werden können.

    Zum automatischen Management des DR-Plans und zur Implementierung von Offline-Tests dieses Plans am DR-Standort sind der VMware Site Recovery Manager (SRM) und der NetApp Adapter für VMware SRM nötig. Außerdem sind die Backup-Elemente von NetApp VSC (ehemals NetApp SnapManager für virtuelle Infrastrukturen), NetApp SnapMirror, SnapDrive und die entsprechenden SnapManager Produkte erforderlich, um Virtual Machines und deren Daten am DR-Standort zu replizieren. Diese DR-Konfiguration kann bei Bedarf auf jede der oben erläuterten Applikationsumgebungen angewendet werden. Weitere Details finden Sie im NetApp Technical Report 3822.

Erste Schritte mit FlexPod


Die durch FlexPod für VMware erstellte vorkonfigurierte, validierte und standardisierte Architektur bietet signifikante Vorteile für eine beschleunigte Implementierung einer Shared IT-Infrastruktur. FlexPod kombiniert hochmoderne Rechen-, Netzwerk-, Storage- und Virtualisierungstechnologien in einer vorkonfigurierten und einfach zu implementierenden Lösung. Wir haben viel Wert darauf gelegt, sowohl die Größenanpassung als auch die Implementierung der Umgebung zu dokumentieren, um Ihnen die ersten Schritte zu erleichtern. Außerdem war es uns wichtig, Open Management-Funktionen zu liefern, um Ihnen die Integration mit Ihren aktuell genutzten Tools zu ermöglichen.

Dank des kooperativen Support-Modells von Cisco, NetApp und VMware werden potenzielle Probleme gemeinsam genutzter Infrastrukturen schneller erkannt und gelöst. Dies spart Ihnen wertvolle Zeit und Ressourcen bei Support-Anfragen.

Mehr Informationen zu FlexPod für VMware finden Sie in den folgenden Dokumentationen:

FlexPod für VMware ist über ein Partnernetz erhältlich, dessen Mitglieder alle über die nötigen NetApp, Cisco und VMware Zertifikate und Service-Angebote verfügen. Die Auflistung dieser Partner finden Sie hier.

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Ashok Rajagopalan

Ashok Rajagopalan
UCS Produktmanager
Cisco

Ashok ist Teil des Cisco UCS Produktmanagement-Teams, das für Cisco UCS Storage und integrierte Stack-Lösungen bei Cisco verantwortlich ist. In mehr als 10 Jahren hat er sich umfassende Branchenkenntnisse zu Storage- und Server-Themen angeeignet. Unter anderem war er im Produktmanagement und in der Entwicklung bei HP, Enterprise Server Group und Brocade, Data Center Infrastructure Group tätig.

David Klem

David Klem
Referenzarchitekt
NetApp

David Klem kam 2005 zu NetApp und wurde Mitglied des Teams, das den NetApp Kilo Client entwickelte, eine interne Cloud mit 1.700 Knoten, die von NetApp Engineering verwendet wird. Heute ist er Teil des NetApp Infrastructure and Cloud Enablement Teams, das Best Practices und Lösungen für Cloud-basierte Architekturen entwickelt. Vor seiner Tätigkeit bei NetApp war David sechs Jahre lang bei Cisco tätig, wo er an der Cisco Catalyst Switch-Plattform arbeitete.

 
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