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Virtualisierung von Microsoft-Applikationen

Auf dem Weg zur angestrebten 100 %igen Virtualisierung Ihres Datacenters muss ein besonderes Augenmerk auf die Virtualisierung wichtiger Microsoft-Applikationen, einschließlich Microsoft Exchange, Microsoft SQL Server und Microsoft SharePoint Server, gerichtet werden.

Um eine Weiterentwicklung zu einer Umgebung zu erreichen, die alle Vorteile der Virtualisierung bietet, darunter Effizienz, höhere Verfügbarkeit und geringere Kosten, müssen Sie sich auf die Virtualisierung auf allen Ebenen Ihrer Infrastruktur konzentrieren. Hierzu gehören auch Virtualisierungs-Software, Server, Netzwerke und Storage.

Hauptelemente der gemeinsamen Lösung von NetApp, VMware und Cisco.

Abbildung 1) Hauptelemente der gemeinsamen Lösung von NetApp, VMware und Cisco.

Daher hat sich NetApp mit Cisco und VMware zusammengetan, um eine vollständige Lösung für die Virtualisierung von Microsoft-Applikationen zu erstellen. Diese Architektur kombiniert die Vorteile der virtuellen Infrastruktur von VMware vSphere 4, Unified Fabric von Cisco Nexus und der Unified Storage Hardware und Software von NetApp.

Durch diese flexible Architektur können Sie gleichzeitige Microsoft Applikations-Workloads virtualisieren, um von allen Vorteilen der Server-, Netzwerk- und Storage-Virtualisierung profitieren zu können. Wir haben die Performance von Microsoft-Applikationen in Bezug auf diese Lösung getestet, um sicherzustellen, dass keine Engpässe vorhanden sind und alle Performance-Daten die von Microsoft herausgegebenen Parameter einhalten.

Um Sie bei Ihren ersten Schritten hierin zu unterstützen, beschreibt dieser Artikel in Kürze sowohl die Gründe für die Virtualisierung von Microsoft-Applikationen als auch die wichtigsten Punkte im Zusammenhang mit Architektur und Implementierung. Weitere Informationen über die gemeinsame Lösung finden Sie im technischen Bericht von NetApp „NetApp Solutions Guide: Microsoft Exchange Server, SQL Server und SharePoint Server Mixed Workload auf VMware vSphere 4, NetApp Unified Storage (FC, iSCSI und NFS) und Cisco Nexus Unified Fabric.

Gründe für eine Virtualisierung von Microsoft-Applikationen

Bei den Gründen für die Virtualisierung von Microsoft-Applikationen durch diese Lösung handelt es sich zum größten Teil um die Gründe für die Virtualisierung jeder beliebigen Applikation:

  • Kostenreduzierung. Ein Upgrade auf neuere Microsoft Server-Applikationen ohne Virtualisierung kann einen noch höheren Server-Hardware-Bedarf erfordern, um eine Applikation zu unterstützen, deren Ausführung bereits sehr kostenintensiv ist. Durch die Ausführung mehrerer Workloads auf jedem System sorgt die Virtualisierung durch VMware für eine optimale Nutzung der Leistung Ihrer vorhandenen Hardware. Eine höhere Auslastung führt zu weniger Hardware, geringerem Kapitalaufwand und niedrigeren Managementkosten.
  • Hochmoderne Storage-Funktionen. Sie können Microsoft Exchange, SQL Server und SharePoint auf NetApp Storage über jedes beliebige Storage-Protokoll, einschließlich FC, iSCSI oder NFS, implementieren. NetApp FAS und V-Series Storage-Arrays wurden für den Einsatz in FC- und IP-basierten VMware-Umgebungen getestet und zertifiziert. Durch die Nutzung der NetApp Storage-Effizienz und intelligenter Caching-Funktionen sparen Sie enorm an Storage-Kosten. NetApp virtualisiert Storage durch die Zusammenfassung verfügbarer IOPS und von Kapazität für die bedarfsorientierte Nutzung durch mehrere Anwendungen. Dies ähnelt der Art und Weise, in der VMware Server-Ressourcen virtualisiert.
  • Hochverfügbarkeit. VMware kann für eine Hochverfügbarkeit (HA; High Availability) für Microsoft Server-Applikationen sorgen, ohne dass ein Clustering auf Virtual-Machine (VM-)Ebene notwendig ist. VMs sind nicht länger an die zugrunde liegende Server-Hardware gebunden und können jederzeit über VMware VMotion serverübergreifend verschoben werden. VMware HA bietet Server-Hardware-Fehlertoleranz für jede VM und ein höheres Maß an Verfügbarkeit im Vergleich zu Lösungen, die nur auf den Schutz des Servers ausgelegt sind. NetApp Aktiv/Aktiv-Storage-Konfigurationen bieten ähnliche Funktionen auf Storage-Ebene.
  • Erweitertes Backup/Recovery und DR. Backup und Recovery werden für diese Lösung mithilfe integrierter Technologien von VMware, Microsoft und NetApp aufgestellt, um eine erweiterte, applikationsgerechte Datensicherheit zu ermöglichen. Deduplizierungsgerechte Remote-Replizierung für Disaster Recovery mit NetApp SnapMirror ermöglicht eine vollständige Datensicherheit und durch den VMware Site Recovery Manager kann der gesamte Recovery-Prozess automatisiert werden.
  • Erweiterte Mobilität. Sie haben die Möglichkeit, einen leichten und unterbrechungsfreien Standortwechsel von Virtual Machines und/oder Storage zu ermöglichen, der von Ihren Microsoft-Applikationen für Load-Balancing, Upgrades und Wartung genutzt wird, oder um andere Ziele Ihres Unternehmens zu erreichen.

Trotz dieser offensichtlichen Vorteile bleiben zwei hartnäckige Bedenken im Zusammenhang mit der Virtualisierung kritischer Microsoft-Applikationen. Diesen Bedenken wurde jedoch begegnet:

  • Performance. Mit dem Erscheinen von VMware vSphere 4.0 hat VMware die Performance so weit erhöht, dass sie für jede geschäftskritische Anwendung ausreichend ist. Aufgezeigt wurde dies in einem kürzlich erschienenen White Paper von VMware, in dem die Performance von Exchange unter Einsatz diverser Storage-Protokolle beschrieben wird. Um dieses anhaltende Thema in Angriff zu nehmen, haben wir die Performance-Validierung zu einem wesentlichen Teil unserer Entwicklungsarbeiten im Zusammenhang mit dieser Lösung erkoren.
  • Support. Es gibt immer noch weit verbreitete Bedenken im Zusammenhang mit dem Support für virtualisierte Microsoft-Applikationen. Die gute Nachricht ist, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, den notwendigen Support zu erhalten. Microsoft unterstützt Virtualisierung über sein Server Virtualization Validation Program (SVVP) vollständig. Darüber hinaus sind Sie berechtigt, den direkten Support für virtualisierte Microsoft-Applikationen zu nutzen, wenn Sie sich zum Microsoft Services Premier Support Program anmelden. Support steht darüber hinaus über den Server-OEM-Händler, die VMware Global Support Services (GSS) und das Technical Support Alliance Network (TSANet) zur Verfügung.

Wichtige Design-Überlegungen

Eines unserer Hauptziele bei der Aufstellung der gemeinsamen Lösung war es, klare Design-Richtlinien und gleichzeitig genug Flexibilität zu bieten, sodass Sie eine Lösung erstellen können, mit der die Anforderungen Ihrer Umgebung erfüllt werden. Dieses Kapitel beschäftigt sich mit einigen der Hauptfragen, die Sie sich beim Übergang Ihrer Microsoft-Applikationen in eine vollständig virtualisierte Umgebung stellen werden.

Welches Storage-Protokoll sollte ich wählen? Einer der großartigen Vorteile dieser Lösung – wie von allen Lösungen mit NetApp Storage – ist die Flexibilität, jedes beliebige Storage-Protokoll nutzen zu können, das für Ihre Umgebung am sinnvollsten ist. Wir bieten Architekturrichtlinien für alle Protokolle: FC, iSCSI und NFS. Eine gemeinsame Performance-Studie von NetApp und VMware zeigt, dass alle Protokolle eine maximale Performance-Abweichung von 10 % zu einem beliebigen anderen Protokoll aufweisen, daher ist die Performance kein Grund, ein Protokoll einem anderen vorzuziehen.

Wenn Sie bereits über eine Fibre Channel-Infrastruktur (FC-Infrastruktur) verfügen, können Sie diese weiter nutzen. Sollte dies nicht der Fall sein, können NFS und/oder iSCS Ihre Storage-Anforderungen leicht erfüllen. Ich rate daher, Protokolle in Bezug auf die Ihnen durch sie entstehenden Kosten (Beschaffungs- und Betriebskosten), die Managebarkeit, Skalierbarkeit und Flexibilität zu prüfen und dann das Protokoll auszusuchen, das Ihren Bedürfnissen am nächsten kommt. (Im Abschnitt über Storage-Layout finden Sie weitere spezifische Richtlinien hierüber.)

Welche NetApp Software brauche ich? Wir raten dringend zur Auswahl eines Kernsatzes aus vier NetApp Produkten:

  • Rapid Cloning Utility (RCU). Dieses kostenlose Plug-In von vCenter bietet eine schnelle, speicherplatzsparende Bereitstellung virtueller Server und Desktops, wobei NetApp FlexClone, Datenspeicher-Deduplizierungsmanagement, Datenspeicherbereitstellung, Anpassungs- und Zerstörungsfunktionen genutzt werden können.
  • Virtual Storage Console (VSC). Über dieses kostenlose Plug-In von vCenter können Sie für NetApp spezifische, storageseitige Attribute managen und überwachen, die sich direkt aus vCenter mit VMware befassen.
  • SnapManager für Virtual Infrastructure. SMVI ist eine integrierte Datensicherheitslösung. Sie bietet Backup und Recovery für Virtual Machines und Replizierung für DR. Sie nutzt die Funktionen von NetApp Snapshot mit der Option zum Aufruf von VMware-Snapshots für VM-Backups.
  • SANScreen VMInsight. Dieses Plug-In von vCenter bietet Überwachung und umfangreiches Berichtswesen über die Zuweisung der virtuellen zur physischen Storage (VMDK, Datenspeicher, LUN, Storage-Fabric) zur Unterstützung in der Management-Umgebung und bei der Fehlerbehebung.

Weitere Informationen über die drei oben genannten Software-Tools erhalten Sie in einem kürzlich herausgegebenen Tech OnTap Artikel über das Thema.

Zusätzlich möchten Sie NetApp SnapDrive und das applikationsspezifische SnapManager Produkt in Gast-VMs installieren, das als Host für Exchange Mailbox-Server, SQL-Server oder SharePoint-Datenbank- und Index-Server dient, um ein applikationskonsistentes Backup und granulare Restores von Datenbanken, Protokollen und vielem mehr zu bieten. (Weitere Informationen über Backup und DR erhalten Sie später.)

Welches Storage-Layout sollte ich für unterschiedliche Datenkomponenten nutzen? Das Storage-Layout, das Sie auswählen, hängt teilweise vom bereits ausgewählten Storage-Protokoll ab. Anstatt alle möglichen Storage-Layout- und Protokolloptionen auszuprobieren, konzentriere ich mich lediglich auf eine der flexibelsten IP-basierten Storage-Layout-Optionen. Wenn Sie mit der Implementierung von null anfangen oder Ihre Infrastruktur diesen Ansatz unterstützt, schlage ich vor, dass Sie die in Abbildung 2 dargestellte Option auswählen, in der NFS und iSCSI miteinander kombiniert werden. Weitere Informationen über FC- oder iSCSI-Layouts erhalten Sie unter TR-3785. (Der Ansatz – und die zugrunde liegende Logik – ist in allen Fällen zumeist ähnlich.)

Storage-Layout unter Einsatz von NFS-Datenspeichern und iSCSI LUNs.

Abbildung 2) Storage-Layout unter Einsatz von NFS-Datenspeichern und iSCSI LUNs.

Hier die Richtlinien auf hoher Ebene:

  • Für eine optimale Performance ist eine Gast-Filesystem-Ausrichtung sehr wichtig. NetApp TR-3747 bietet die Best Practices im Zusammenhang mit der Filesystem-Ausrichtung in virtualisierten Umgebungen.
  • Erstellen Sie die VMs auf einem NFS-Datenspeicher mittels NetApp RCU.
  • Hosten Sie die Virtual Machine vswap und Temp-/Page-File in einem separaten NFS-Datenspeicher auf einem anderen Volume im NetApp Storage-System. (Die Trennung transienter Daten ermöglicht ein schnelleres Erstellen von NetApp Snapshot-Kopien und sorgt für eine höhere Storage-Effizienz.)
  • Suchen Sie Ihre Applikationsdaten (Datenbanken, Protokolle usw.) auf den iSCSI Raw Device Mapping LUNs (iSCSI RDM LUNs), die direkt auf der Gast-VM über die NetApp SnapDrive Software (auf dem Gastbetriebssystem muss Version 6.2 oder höher installiert sein) erstellt und verknüpft wurden.
  • Installieren Sie die applikationsspezifische SnapManager Software innerhalb der Gast-VM, um konsistentes Backup und granulares Restore zu ermöglichen.

Dieser Ansatz ist den mit dem Gast verbundenen LUNs mittels Microsoft iSCSI Software Initiator vorzuziehen, da der Failover-/Failback-Prozess mit den Applikationsdaten auf iSCSI RDMs sehr viel einfacher ist und Sie Support von VMware erhalten, wenn Sie VMware vCenter Site Recovery Manager für Disaster Recovery jetzt oder später installieren möchten. Darüber hinaus sollten Sie alle Datenspeicher und RDM LUNs auf dem gleichen Storage-System ablegen, wenn Sie VMware vCenter Site Recovery Manager einsetzen werden.

Um die mit SnapDrive und RDMs (entweder die oben empfohlenen iSCSI RDMs oder die mit dem Gast verbundenen RDMs mittels iSCSI Software Initiator) einhergehenden Vorteile nutzen zu können, müssen Sie, wenn Sie applikationsspezifische SnapManager Tools für das Backup von Exchange-, SQL Server- und/oder SharePoint-Daten verwenden möchten, RDMs (entweder die oben empfohlenen FC RDMs, iSCSI RDMs oder mit dem Gast verbundenen LUNs mittels Microsoft iSCSIS Software Initiator) einsetzen.

Wenn Sie, aus welchen Gründen auch immer, Ihre Umgebung mittels VMFS- oder NFS-Datenspeicher für Applikationsdaten konfigurieren müssen, ist die beste Backup-Option SMVI. SMVI ist in der Lage, konsistente Backups für alle drei Applikationen zu erstellen, birgt jedoch auch einige Einschränkungen. Derzeit unterstützt SMVI aufgrund von Einschränkungen im VMware VSS Requestor (VMware nutzt Copy Enumeration für Shadow Copy) keine automatische Transaktions-Log-Verkürzung oder Backup-Verifizierung. Beides muss manuell vorgenommen werden. Darüber hinaus unterstützt VMware VSS Requestor derzeit bei VMs mit Windows Server 2008 keine applikationsübergreifende Datenkonsistenz. Daher ist diese Lösung auf Szenarien beschränkt, für die kein granulares Restore auf Transaktionsebene erforderlich ist (beispielsweise zeitgenaues Restore für SQL Server), bei denen eine manuelle Backup-Verifizierung nach den Backups erfolgen kann und wo alternative Methoden zur Transaktion-Log-Verkürzung möglich sind, beispielsweise mit SQL Server-Datenbanken im einfachen Recovery-Modell (SQL Server verfügt über eine automatisierte Methode für die Log-Verkürzung).

Wie führe ich applikationskonsistentes Backup und Recovery durch? Die beste Methode, um applikationskonsistente Backups für Microsoft-Applikationen zu erreichen, ist es, SnapDrive und das entsprechende SnapManager Produkt (SnapManager für Microsoft Exchange, SnapManager für Microsoft SQL Server, SnapManager für Microsoft SharePoint Server) innerhalb des Gastbetriebssystems für jede VM nach Bedarf zu installieren. Diese Tools stellen die spezifischen Funktionen bereit, die für applikationskonsistente Backups, automatisierte Backup-Verifizierung und granulare Restores notwendig sind. SnapManager für Exchange bietet beispielsweise Funktionen für die einfache Mailbox Recovery. Weitere Informationen über diese SnapManager Tools erhalten Sie im vorherigen Tech OnTap Artikel.

Wie implementiert man DR am besten? NetApp SMVI und applikationsspezifische SnapManager Produkte können Replizierung und Disaster Recovery für VMs und gehostete Microsoft-Applikationen bieten. Ein vollständig automatisiertes Disaster Recovery kann in Verbindung mit diesen Produkten über den VMware vCenter Site Recovery Manager erreicht werden. Diese Lösung bietet eine vollständige Automatisierung des Failover Workflow für komplexe Umgebungen. Beschrieben wird dies im Tech OnTap Artikel Using VMware Site Recovery Manager to Simplify DR.

Durch die Kombination von NetApp SnapManager, SnapMirror und VMware Site Recovery Manager wird eine vollständige Datensicherheitslösung für Backup/Recovery und Disaster Recovery erstellt.

Abbildung 3) Durch die Kombination von NetApp SnapManager, SnapMirror und VMware Site Recovery Manager wird eine vollständige Datensicherheitslösung für Backup/Recovery und Disaster Recovery erstellt.

Wie implementiere ich Multipathing? Wenn Sie eine stabile Umgebung möchten, müssen Sie Multipathing implementieren. Für eine FC-basierte Architektur würde ich das Asymmetric Logical Unit Access (ALUA)-Protokoll und die Round Robin (RR) Path Selection Policy empfehlen. ALUA ermöglicht die Autonegotiation von Pfaden zwischen SCSI-Zielgeräten und Ziel-Ports, wobei eine dynamische Neukonfiguration möglich ist. ALUA ist auf ESX-Hosts standardmäßig aktiviert. Auf NetApp Storage Arrays sollte ALUA auf Initiatorgruppen aktiviert werden. Dies führt zu einer dynamischeren oder Plug-and-Play-ähnlichen SAN-Architektur. Die RR Path Selection Policy (PSP) bietet Pfadredundanz und Bandbreitenaggregation. Beachten Sie, dass ein gerätespezifisches Modul (DSM) innerhalb der Gast-VM nicht notwendig ist.

Für iSCSi wurde durch vSphere die Unterstützung für mehrere TCP-Sitzungen auf ESX-Hostebene für das Multipathing eingebunden. Es können zwei VMKernel-Ports vorhanden sein und Round Robin PSP eingesetzt werden, um ein Plug-and-Play-Multipathing zu erreichen. Es sind mehrere aktive Pfade möglich und ein DSM innerhalb des Gast-VM ist nicht notwendig. Darüber hinaus können sowohl das traditionelle Design als auch das Multiswitch Trunking Design genutzt werden. Eine Beschreibung hierzu finden Sie in TR-3749.

Für NFS kann ein Multipathing sowohl für traditionelle Switches als auch Cross-Stack-Switches erreicht werden. Weitere Informationen erhalten Sie in NetApp TR 3749.

Bei Verwendung von Cisco Nexus 10 Gigabit Ethernet (10GbE) sind nur zwei 10GbE-Ports auf dem ESX-Host erforderlich. Das Cisco Virtual Port Channeling (vPC) bietet Redundanz, Fehlertoleranz und Sicherheit.

 

Verwendung von Cisco Nexus vPC für die Verbindung von ESX-Hosts und NetApp Storage.

Abbildung 4) Verwendung von Cisco Nexus vPC für die Verbindung von ESX-Hosts und NetApp Storage.

Gibt es Vorteile durch den Einsatz von Deduplizierung und Thin Provisioning? Einer der Vorteile dieser Konfiguration ist es, dass Sie, unabhängig von Ihrer Wahl des Protokolls, Funktionen von NetApp für Storage-Effizienz (FlexClone, Deduplizierung und Thin Provisioning) nutzen können, um den benötigten Speicherplatz zu verringern.

Typische virtuelle Umgebungen verfügen über mehrere Kopien des gleichen Betriebssystems und gleiche Binärdaten auf unterschiedlichen VMs, wodurch viel Speicherplatz auf teurem, gemeinsam genutztem Storage verschwendet wird. Durch den Einsatz der Funktionen von NetApp für Storage-Effizienz können Sie mehr als 50 % Storage-Einsparungen auf dem primären Storage erreichen. Abbildung 5 stellt die 92-prozentige Speicherplatzeinsparung dar, die während der Validierung der gemeinsamen Lösung erreicht wird.

Speicherplatzeinsparungen durch die Kombination von NetApp Techniken für Storage-Effizienz.

Abbildung 5) Speicherplatzeinsparungen durch die Kombination von NetApp Techniken für Storage-Effizienz.

Wie dimensioniere ich meine Umgebung? Zur Dimensionierung Ihrer Umgebung gehören die Dimensionierung der VMware-Datenspeicher (mit Gast-Betriebssystem, Binärdaten, VM Page File und vswap File) und der LUNs, die die Applikationsdatenbanken und Logs hosten. NetApp hat Dimensionierungstools für die richtige Dimensionierung Ihrer Umgebung entwickelt. Ihr NetApp Systems Engineer oder Reseller unterstützt Sie bei der Dimensionierung Ihrer Umgebung, wobei er sich auf Informationen stützt, die über Ihren Standort gesammelt wurden.

  • Anzahl der zu virtualisierenden Applikationsserver
  • Anzahl und Typen der Microsoft-Applikationen
  • Kapazitätsbedarf für unterschiedliche Datenkomponenten, einschließlich der erwarteten Wachstumsrate
  • Performance-Anforderungen, einschließlich Lese-/Schreib- und Random-/Sequential-Verhältnis
  • Für SQL Server-Datenbanken die Anzahl und die Typen der Datenbanken (OLTP, DSS, gemischt)
  • Für Exchange Server die Anzahl und Größe der Mailboxen, Benutzerprofile
  • Für SharePoint Server die Anzahl der Benutzer, der Speicherplatz pro Benutzer, die Benutzerparallelität in Prozent
  • Backup-/Restore-/DR-Anforderungen

Wie validiere ich die Performance meiner virtualisierten Microsoft-Applikationsumgebung? Sie können die gleichen Performance-Validierungstools nutzen, die von Microsoft und Drittanbietern auch für physische Umgebungen angeboten werden. Diese Tools unterstützen Sie dabei festzustellen, ob sich die Performance innerhalb der Richtlinien von Microsoft bewegt. Wir verwendeten das Microsoft Exchange Load Generation Tool, das Dienstprogramm Microsoft SQLIOSim und AvePoint Sharepoint Test Environment Creator und Usage Simulator zum Testen dieser gemeinsamen Lösung und zum Validieren der Performance. Für diese Applikationen wurden mehrere Auslastungstests durchgeführt, die gleichzeitig abliefen. Die Methoden zur Performance-Validierung und Kriterien für jede Applikation werden in TR-3785 beschrieben. Unsere Tests ergaben, dass:

  • keine CPU- oder Speicherengpässe innerhalb der VMs oder auf ESX-Hosts vorliegen,
  • keine I/O-, CPU- oder Festplattenengpässe auf dem Storage bestehen,
  • sich alle Lese- und Schreibverzögerungen innerhalb der veröffentlichten Microsoft-Richtlinien befinden und
  • keine Netzwerkengpässe auftraten.

Schlussfolgerung

Ich hoffe, dass die Informationen in diesem Artikel dazu beitragen, den Prozess der Virtualisierung von Microsoft-Applikationen verständlicher zu machen, und Sie somit auf dem Weg zu einem 100-prozentig virtualisierten Datacenter unterstützen. Dieser Artikel deckt nur die wichtigsten Punkte der gemeinsamen Lösung für die Microsoft-Applikationsvirtualisierung ab. Sie erhalten alle Informationen, die Sie für die Implementierung dieser Lösung benötigen, im detaillierten, 50-seitigen Leitfaden zur Lösung, in dem alle Konfigurationsdetails basierend auf der sorgfältigen Arbeit von NetApp, VMware und Cisco abgedeckt werden. Der Leitfaden deckt FC-, iSCSI- und NFS-Implementierungen ab.

Zusätzlich zu den in diesem Artikel angegebenen diversen Links gibt es weitere hilfreiche Ressourcen:

 Best Practices für NetApp und VMware vSphere Storage (TR-3749). Best Practices bei der Implementierung von VMware mit NetApp Storage.
 Verwenden des Performance Acceleration Module mit Exchange 2007 (TR-3767). Dieser technische Bericht beschreibt, wie PAM die Anzahl der möglichen Exchange-Benutzer erhöht, ohne dass Sie Spindeln hinzufügen müssen.
 Leitfäden zu SnapManager:
    Best Practices-Leitfaden für SnapManager 5.0 für Microsoft Exchange (TR-3730)
    SnapManager für MOSS: Best Practices-Leitfaden (TR-3776)
    Schutz von Exchange Server 2007 mit NetApp SnapManager für Exchange (TR-3598)
    Best Practices für SnapManager für Virtual Infrastructure (TR-3737)
SRM
    Best Practices für NetApp und VMware vCenter SRM (TR-3671)

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Abhinav Joshi

Abhinav Joshi
Reference Architect for Server and Desktop Virtualization
NetApp

Als Abhinav 2008 zu NetApp kam, brachte er über neun Jahre Erfahrung in der Datacenter-Konsolidierung und Virtualisierung mit. Sein derzeitiger Aufgabenbereich umfasst die Entwicklung skalierbarer Referenzarchitekturen und die Aufstellung von Best Practices für die sichere Integration der virtualisierten Storage- und Datensicherheitslösungen von NetApp in die Virtualisierungstechnologien von VMware und das Cisco Unified Computing System und Netzwerktechnologien. So konnten Kundenprobleme gelöst und Kosten eingespart werden. Bei NetApp ist Abhinav aktiver Autor, wobei er an der Entwicklung vieler Lösungsleitfäden, die in diesem Artikel angeführt wurden, maßgeblich beteiligt war.

 
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