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Sicherer Übergang zu Oracle 11g

Oracle Database 11g Release 2 ist auf dem Markt. Die Veröffentlichung dieses lang erwarteten Updates führt höchstwahrscheinlich zu einem hektischen Aktualisierungsprozess, da Oracle-Benutzer, die nicht auf die erste Version von 11g umgestiegen sind, diesen Sprung wohl jetzt wagen werden.

Alle großen Datenbankaktualisierungen stellen bedeutende Herausforderungen im Hinblick auf das Testen bestehender Applikationen auf der neuen Plattform und dem Vollzug eines reibungslosen Übergangs dar. In diesem Artikel möchten wir Ihnen darlegen, wie Sie NetApp Technologien für das Klonen und die Maskierung von Daten in Zusammenhang mit Oracle Real Application Testing nutzen können, um sicherzustellen, dass Sie Ihre Applikationen auf Oracle 11g problemlos ausführen können. Wir beschreiben auch Schritte, damit Sie den Aktualisierungsprozess auf Produktionssystemen so reibungslos und unkompliziert wie möglich vollziehen können.

Vereinfachung des Ablaufs von Applikationstests

Das Testen von Applikationen – egal ob für eine neue oder bereits bestehende Datenbankversion – ist immer ein komplizierter, zeitaufwändiger und potenziell kostenintensiver Prozess:

  • Um sicherzustellen, dass Ihre Applikationen korrekt ausgeführt werden, müssen Tests mit Produktionsdaten durchgeführt werden. Dafür benötigen Sie viele Kopien dieser Produktionsdaten, um sicherzustellen, dass durch das Testen keine Engpässe entstehen. Bei der Verwendung herkömmlicher Kopiermethoden können Sie aufgrund von Speicherbegrenzungen normalerweise nicht so viele Datenbankkopien wie benötigt erstellen.
  • Da Sie echte Daten von Ihrer Produktionsdatenbank verwenden, müssen Sie vermutlich auch sensible Informationen wie Namen, Adressen, Konto- und Kreditkarteninformationen usw. schützen.
  • Sie benötigen eine Testmethode, die Ihre Applikation gegen Ihre Testdatenbank prüft.

Sie können den Prozess der Applikationstests auf Oracle 11g straffen, indem Sie eine Kombination aus NetApp und Oracle verwenden:

  • Mit der NetApp FlexClone Technologie können Sie beliebig viele „Klone“ eines Datasets erstellen, ohne dass jedes Mal eine vollständige Kopie erforderlich ist. Eine FlexClone Kopie verbraucht inkrementell nur Speicherplatz, wenn Änderungen vorgenommen werden.
  • Das Oracle Data Masking Pack bietet die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften durch eine konsistente und regelbasierte Applikation zur Maskierung von Formaten. Eine umfangreiche und erweiterbare Formatbibliothek unterstützt eine Vielzahl von Maskierungsformaten.
  • NetApp SnapManager für Oracle automatisiert das Klonen, die Datenmaskierung und andere Prozesse für eine maximale Effizienz, während das Risiko eines Bedienungsfehlers verringert wird.
  • Oracle Real Application Testing, das in Oracle Database 11g eingeführt wurde, ermöglicht in Verbindung mit der NetApp Technologie ein schnelles Testen von Applikationen zur Sicherstellung ordnungsgemäßer Funktionsfähigkeit und Performance.

Die folgende Abbildung zeigt den Prozessablauf für das Testen mit diesen Technologien.

Oracle 11g

Abbildung 1) Prozessablauf für das Erstellen von Testumgebungen und Tests mithilfe
einer Kombination von NetApp und Oracle-Technologien.

Vorbereitung auf 11g-Tests mit SnapManager für Oracle

NetApp SnapManager für Oracle (SMO) vereinfacht das Ausführen der meisten Prozesse, die für das Erstellen einer Testumgebung für Oracle 11g erforderlich sind. In diesem Abschnitt werden Schritte beschrieben, die zur Erstellung (mit oder ohne SMO) einer produktiven Testumgebung befolgt werden können.

Erstellung einer ersten Datenbankkopie
In den meisten Fällen soll eine vollständige Kopie Ihrer Produktionsdatenbank als Ausgangspunkt für Tests mit Oracle 11g erstellt werden, sodass der laufende Produktionsbetrieb nicht beeinträchtigt wird. Wenn Ihre Oracle 10g-Produktionsdatenbank zwei Drittel des Speicherplatzes belegt, müssen Sie die Datenbank aus Gründen der Konsistenz in den Hot Backup-Modus schalten und die Datenbank auf NetApp Storage kopieren, um die folgenden Verfahren zu nutzen.

Wenn sich Ihre Datenbanken auf NetApp Storage befinden, können Sie die Produktionsdatenbank direkt klonen. Das Arbeiten mit einer vollständigen Kopie wird jedoch immer noch bevorzugt. Sie können Ihre Produktionsdatenbank auf den sekundären Storage (entweder lokal oder an einem sekundären Standort) mithilfe von SMO und NetApp SnapMirror Software replizieren.

Durch die Integration mit NetApp Protection Manager können Sie dank SMO einen Replizierungszeitplan erstellen, der die regelmäßige Synchronisierung der Produktionsdaten mit dem sekundären Standort steuert. Diese sekundäre Kopie kann für Disaster Recovery und Testzwecke verwendet werden. Effiziente Bandbreitennutzung verringert Ihren Netzwerkeffekt und Sie können auf günstigeren sekundären Storage spiegeln, um Kosten zu senken.

SMO stellt sicher, dass sich die Datenbank im Hot Backup-Modus befindet, bevor eine Snapshot-Kopie der Datenbank vor der Replizierung erstellt wird. Da die Erstellung dieser Snapshot-Kopie nur wenige Minuten dauert, wird die Zeit im Hot Backup-Modus auf ein Minimum reduziert.

Wenn Sie beabsichtigen, Oracle Real Application Testing zu verwenden, werden Sie wahrscheinlich die Erstellung Ihrer Datenbankkopie mit dem Real Application Testing-Erfassungsprozess koordinieren müssen. Dies wird unten in einem Abschnitt zu Real Application Testing beschrieben.

Erstellung eines maskierten Master-Klons
Wenn Sie eine Kopie Ihrer Produktionsdatenbank erhalten haben, können Sie SMO verwenden, um einen Master-Klon zu erstellen, dessen Daten vollständig maskiert und auf 11g aktualisiert wurden. Dieser dient als Ausgangspunkt für alle zusätzlichen Klone. Sie führen die Datenmaskierung und Softwareaktualisierung nur einmal aus und können dann sicher sein, dass alle für Testzwecke verwendeten zusätzlichen Klone korrekt sind.

Eine erste FlexClone Kopie wird erstellt, um eine konsistente, zeitpunktgenaue Kopie der Datenbank zu erfassen. Anschließend wird die Datenmaskierung dieses Klons ausgeführt und der Erfolg des Maskierungsprozesses überprüft. Mit SMO ist eine Nachbearbeitung der Klone mithilfe von Scripting möglich. Damit können Sie die Erstellung von Klonen, deren Daten vollständig maskiert sind, automatisieren oder andere Änderungen nach der Erstellung eines Klons vornehmen.

Der sich daraus ergebende datenmaskierte Klon wird anschließend auf Oracle 11g aktualisiert. Dieser kann dann als „Master-Klon“ fungieren. Der Klon- und Maskierungsprozess mit SMO wurde in einer kürzlich erstellten Demonstration näher beleuchtet. Mehr zum Thema Datenmaskierung erfahren Sie in einem kürzlich erstellten technischen Bericht zu NetApp.

FlexClone kann dann verwendet werden, um so viele Klone wie erforderlich vom Master zu erstellen. Dabei wird garantiert, dass alle Kopien korrekt maskiert, konform und speichereffizient sind. Da all diese notwendigen Prozesse zur Replizierung Ihrer Produktionsdatenbank, das Erstellen eines maskierten Master-Klons und das häufige Klonen des Master-Klons vom SMO erfolgen können, können Sie alle Abläufe von Ihrem Desktop mit ein paar Mausklicks und einfachen Befehlen ausführen.

Oracle 11g

Abbildung 2) Ein maskierter, auf Oracle 11g aktualisierter Master-Klon dient als Ausgangspunkt,
von dem aus Sie beliebig viele und für Testzwecke
erforderliche Klone erstellen können. Dies spart Zeit und Speicherplatz, der für vollständige Datenbankkopien benötigt wird.

Real Application Testing

Oracle Database 11g bietet Real Application Testing zur Eliminierung der Risiken, die mit dem Aktualisieren, Applikationsänderungen usw. verbunden sind. Real Application Testing verbindet eine Funktion zum Erfassen und Einspielen von Workloads mit einem SQL Performance Analyzer zur Unterstützung beim Testen und Optimieren von Änderungen unter Verwendung reeller Workloads, bevor diese in Produktion gebracht werden.

Im Gegensatz zu anderen Testmethoden, die den gesamten Applikations-Stack durchgehen und eine komplizierte Infrastruktur erfordern, erfasst Real Application Testing nur die Transaktionen und Zeiten zum Einspielen. Clients oder eine Middle Tier werden zum Testen nicht benötigt. Das Testen einer Datenbank ist viel einfacher.

Da keine komplizierte Infrastruktur benötigt wird, ermöglicht Real Application Testing das einfache Nutzen von Ressourcen an einem sekundären Standort, wie einen Disaster Recovery-Standort für Tests. Sie erfassen den gewünschten Workload von Ihrer Produktionsumgebung und spielen diesen anschließend gegen ein Test-Dataset an Ihrem DR-Standort ein.

Die Herausforderung ist dann das Erstellen einer zeitpunktgenauen Snapshot-Kopie, gegen die der Workload ausgeführt werden kann, da das Dataset zeitlich genau zum Produktions-Dataset passen muss, als die Erfassung gestartet wurde.

NetApp Technologien ergänzen auch hier wieder das Real Application Testing, um eine Aufgabe einfach zu gestalten, die andernfalls kompliziert und speicherplatzintensiv wäre. Wenn Ihre primäre Datenbank auf NetApp Storage gespeichert ist, können Sie den Real Application Testing-Erfassungsprozess mit dem oben beschriebenen Prozess zur Erstellung eines maskierten Master-Klons leicht koordinieren:

  1. Erstellen Sie eine erste Snapshot-Kopie des Produktions-Datasets.
  2. Führen Sie den Real Application Testing-Erfassungsprozess aus.
  3. Verwenden Sie NetApp SnapMirror oder SyncMirror, um die erste Snapshot-Kopie auf den DR-Standort zu replizieren.
  4. Wenden Sie den Prozess, wie im vorhergehenden Abschnitt beschrieben, an, um einen maskierten Master-Klon der replizierten Kopie zu erstellen.
  5. Erstellen Sie so viele FlexClone Kopien wie für das Real Application Testing oder alle anderen erforderlichen Testprozesse benötigt werden.

Aktualisieren Ihrer Produktionsdatenbank auf Oracle 11g

Die im vorherigen Abschnitt genannten Verfahren können Ihren Testprozess deutlich verbessern. Dadurch wird es für Sie einfacher sicherzustellen, dass Ihre Applikationen für die Upgrades bereit sind. Mit NetApp Snapshot können Sie sich weiterhin schützen, indem Sie ein zeitpunktgenaues Image der Produktionsdatenbank vor dem Übernehmen des 11g-Upgrades erstellen. Sollte ein Problem auftreten, können Sie den gespeicherten Status in wenigen Sekunden wiederherstellen, indem Sie NetApp SnapRestore verwenden und zum Ausführen Ihrer Produktionsumgebung auf Oracle Database 10g zurückkehren, bis das Problem identifiziert und gelöst wurde. Die herkömmliche Alternative zur Wiederherstellung der Datenbank von entweder band- oder festplattenbasierten Backups ist offensichtlich zeitintensiver.

Schlussfolgerung

Sollten Sie zögern, größere oder kleinere Datenbankaktualisierungen aufgrund der möglichen damit verbundenen Risiken und der schwierig durchzuführenden adäquaten Tests vorzunehmen, können die in diesem Artikel beschriebenen Prozesse hilfreich sein. Die Kombination aus NetApp und Oracle Tools können Sie nutzen, um eine produktivere Testumgebung zu erstellen, die vertrauliche Daten in geringerer Zeit und mithilfe geringeren Speicherplatzes vollständig schützen kann. Da Sie so viele Datenbankkopien wie benötigt erstellen können, befinden sich Entwickler und Tester nie in Engpässen und müssen nicht auf die Gelegenheit warten, Ressourcen zu testen.

Durch Koordinierung der Real Application Testing-Erfassung von Oracle mit der Erstellung Ihrer Testumgebung auf NetApp Storage können Sie echte Produktions-Workloads gegen Ihre Testdatenbanken abspielen, ohne den gesamten Applikations-Stack und eine komplizierte Infrastruktur zu benötigen. Dies vereinfacht stark den Prozess sicherzustellen, dass Transaktionen korrekt sind und die Performance den Anforderungen entspricht.

Ihre Meinung zu Oracle Database 11g?

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Peter Schay

Peter Schay
Database Solution Architect
NetApp

Peter Schay stieg 2007 bei NetApp als Solution Architect ein. Er hilft gemeinsamen Kunden von NetApp und Oracle, ihre Datenbanken erfolgreich einzusetzen.

Zuvor arbeitete er für Oracle, wo er Oracle auf Cray portierte, die Linux-Strategie von Oracle verantwortete und den direkten Prototyp für NFS erstellte, eine zentrale Funktion von Oracle 11g.

Kannan Mani

Kannan Mani
Oracle Reference Architect
NetApp

Seit 2008 arbeitet Kannan Mani für NetApp und erstellt Referenzarchitekturen, um Implementierungen für Oracle auf NetApp zu vereinfachen. Zuvor arbeitete er bei Oracle Partner Solutions und später bei Unisys, wo er Oracle-Lösungen für das „Oracle Center of Excellence“ entwickelte.

Kannan Mani besitzt mehr als zehn Jahre Oracle-Erfahrung und war ein aktiver Präsentator bei weltweiten gemeinsamen Oracle- und NetApp Seminaren.

 
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