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Back to Basics: Datenkomprimierung

Dieser Artikel ist der sechste in der Reihe „Back to Basics“, in der es um die Grundlagen beliebter NetApp Technologien geht.

Datenkomprimierungstechnologien gibt es bereits seit langem, doch stellen diese für große Storage-Systeme eine erhebliche Herausforderung dar. An erster Stelle sind hier die Performance-Beeinträchtigungen zu nennen. Bis vor kurzem wurde die Komprimierung für Geräte wie Bandlaufwerke und VTLs fast immer mithilfe dedizierter Hardware bereitgestellt, was mehr Kosten und Komplexität bedeutet.

NetApp hat eine Möglichkeit entwickelt, softwaregestützt eine transparente Inline- und nachgelagerte Datenkomprimierung zu bieten. Zugleich werden die Auswirkungen auf die Computing-Ressourcen verringert. Dadurch können wir die Vorzüge der Komprimierung in der Data ONTAP Architektur ohne Zusatzkosten für die Nutzung in vorhandenen NetApp Storage-Systemen zur Verfügung stellen. Seit der Einführung der Komprimierung in Data ONTAP 8.0.1 haben wir sehr positive Rückmeldungen erhalten. Die Software wurde auf Systemen in einer Vielzahl von Branchen lizenziert. Auf 40 % dieser Systeme wird die Komprimierung für den Primär-Storage und auf 60 % für Backup-/Archivierungszwecke genutzt.

Die Datenkomprimierung von NetApp bietet unter anderem folgende entscheidende Vorteile:

  • Zusammenarbeit mit anderen branchenführenden Storage-Effizienzlösungen von NetApp Die Komprimierung sorgt im Zusammenspiel mit anderen Effizienzlösungen wie Thin Provisioning und Deduplizierung für eine beträchtliche Verringerung des Storage-Bedarfs, was zu einer Senkung sowohl der Kapital- als auch der Betriebskosten führt. Die gesamte Speicherplatzeinsparung kann allein abhängig von der Applikation bis zu 87 % betragen. Durch den Einsatz weiterer Effizienzlösungen können diese Einsparungen noch höher sein.
  • Minimale Auswirkungen auf die Performance Wenngleich alle Komprimierungstechnologien bestimmte Leistungseinbußen mit sich bringen, hat NetApp viel dafür getan, diese Auswirkungen bei gleichzeitiger Maximierung der Speicherplatzeinsparungen zu minimieren.
  • Es fallen keine Gebühren für Softwarelizenzen an. Die NetApp Datenkomprimierungsfunktion ist in Data ONTAP 8.1 Standard. Es ist keine Lizenz erforderlich, sodass bei Aktivierung der Komprimierung keine Zusatzkosten für Hardware und Software anfallen.
  • Funktioniert für Primär- und Sekundär-Storage. Sie können die Komprimierung für primäre Storage Volumes, sekundäre Storage Volumes oder für beides aktivieren.
  • Erfordert keine Applikationsänderungen. Die Komprimierung erfolgt applikationsunabhängig, weshalb Sie sie für eine Vielzahl von Applikationen nutzen können, ohne dass Codeänderungen erforderlich sind.
  • Speicherplatzeinsparungen bleiben während der Replikation und bei Verwenden von DataMotion erhalten. Wenn Sie ein komprimiertes Volume mit Volume SnapMirror replizieren oder ein Volume mit DataMotion verschieben, werden Blöcke im komprimierten Zustand kopiert. Dies spart Bandbreite und Zeit während der Datenübertragung und Speicherplatz im Ziel-Storage und es wird verhindert, dass zusätzliche CPU-Zyklen zum nochmaligen Komprimieren der Blöcke erfolgen müssen.

In diesem Kapitel von Back to Basics wird Folgendes untersucht: die Datenkomprimierungstechnologie von NetApp, ihre Performance, zutreffende Anwendungsbeispiele, das Auswählen des Komprimierungsmodus (Inline oder nachgelagert) und Best Practices.

So wird die Komprimierung in Data ONTAP implementiert

Die NetApp Datenkomprimierung kann die zur Datenspeicherung benötigte physische Storage-Kapazität verringern. Hierzu werden Daten innerhalb eines flexiblen Volumes (FlexVol) im Primär- und Sekundär- und Archiv-Storage komprimiert. Komprimiert werden können herkömmliche Dateien, virtuelle lokale Festplatten und LUNs. Im weiteren Verlauf dieses Artikels gelten Verweise auf Dateien auch für virtuelle lokale Festplatten und LUNs.

Bei der NetApp Datenkomprimierung wird eine Datei nicht vollständig als einzelner zusammenhängender Byte Stream komprimiert. Dies wäre bei der Bearbeitung wenig umfangreicher Lesevorgänge aus einem Teil der Datei einfach viel zu aufwändig, da hierzu vor der Erfüllung der Leseanforderung die ganze Datei von der Festplatte gelesen und dekomprimiert werden müsste. Besonders schwierig wäre dies bei großen Dateien. Zur Vermeidung dieses Szenarios wird bei der NetApp Datenkomprimierung jeweils eine kleine Gruppe aufeinander folgender Blöcke komprimiert. Dies ist ein wesentliches Design-Element, das die NetApp Datenkomprimierung besonders effizient macht. Wenn eine Leseanforderung eingeht, muss statt der ganzen Datei nur eine kleine Gruppe von Blöcken dekomprimiert und gelesen werden. Dieser Ansatz optimiert sowohl kleine Lese- als auch Überschreibvorgänge und ermöglicht eine größere Skalierbarkeit der Größe der zu komprimierenden Dateien.

Der NetApp Komprimierungsalgorithmus unterteilt eine Datei in Datenpakete, die als „Komprimierungsgruppen“ bezeichnet werden und maximal 32 KB groß sind. Beispiel: Eine Datei mit einer Größe von 60 KB wird in zwei Komprimierungsgruppen aufgeteilt. Dabei ist die erste 32 KB und die zweite 28 KB groß. Jede Komprimierung enthält Daten aus nur einer Datei. Bei Dateien, die kleiner als 8 KB sind, erfolgt keine Komprimierung.

Schreiben von Daten. Schreibanforderungen werden auf Komprimierungsgruppenebene verarbeitet. Nach der Bildung einer Gruppe erfolgt ein Test, um festzustellen, ob die Daten komprimierbar sind. Wenn dieser Test nicht mindestens eine Einsparung von 25 % ergibt, bleiben die Daten unkomprimiert. Nur wenn aus dem Test hervorgeht, dass die Daten komprimierbar sind, werden die Daten komprimiert auf die Festplatte geschrieben. So werden optimale Platzeinsparungen erzielt und der Ressourcen-Overhead minimiert.

Da komprimierte Daten weniger Blöcke enthalten, die auf die Festplatte geschrieben werden, sinkt die Anzahl der für jeden komprimierten Schreibvorgang erforderlichen Schreib-I/Os. Dies verringert nicht nur den auf der Festplatte erforderlichen Platzbedarf, sondern auch den Zeitaufwand für Backups.

Zuständigkeiten von VMware und Storage-Admin beim Verwenden des VSC vCenter Plug-Ins.

Abbildung 1: Dateien werden in Datenpakete unterteilt, die Komprimierungsgruppen genannt und auf Komprimierbarkeit getestet werden. Je nach Testergebnis werden die Komprimierungsgruppen komprimiert oder unkomprimiert auf der Festplatte gespeichert.

Lesen von Daten. Wenn eine Leseanforderung für komprimierte Daten eingeht, liest Data ONTAP statt der gesamten Datei nur die Komprimierungsgruppen, die die angeforderten Daten enthalten. Dadurch können die Anzahl der zur Verarbeitung der Anforderung erforderlichen I/O-Vorgänge, Overhead für Systemressourcen und Lesezeiten minimiert werden.

Inline-Modus. Wenn die NetApp Datenkomprimierung für den Inline-Modus konfiguriert ist, werden Daten im Speicher komprimiert, ehe sie auf die Festplatte geschrieben werden. Dadurch kann die Menge der I/O-Schreibvorgänge wesentlich reduziert, aber auch die Schreibleistung beeinträchtigt werden, weshalb dieser Modus für Performance-abhängige Applikationen nur nach vorherigen Tests gewählt werden sollte.

Für eine Optimierung des Durchsatzes werden bei der Inline-Komprimierung die meisten neuen Schreibvorgänge komprimiert, andere Performance-abhängige Komprimierungsvorgänge jedoch verzögert, z. B. die Teilüberschreibung von Komprimierungsgruppen, bis der nächste nachgelagerte Komprimierungsprozess ausgeführt wird.

Nachgelagerter Modus. Bei der nachgelagerten Komprimierung lassen sich sowohl vor kurzem geschriebene Daten als auch Daten komprimieren, die sich vor Aktivierung der Komprimierung auf der Festplatte befanden. Dabei wird derselbe Zeitplan wie bei der NetApp Deduplizierung verwendet. Ist die Komprimierung aktiviert, erfolgt sie stets vor der Deduplizierung. Für die Deduplizierung müssen keine Daten dekomprimiert werden. Es werden lediglich mehrfach gespeicherte, komprimierte oder unkomprimierte Blöcke aus dem Daten-Volume entfernt.

Wenn sowohl die Inline- als auch die nachgelagerte Komprimierung aktiviert sind, wird bei der nachgelagerten Komprimierung nur versucht, Blöcke zu komprimieren, die noch nicht komprimiert sind. Dazu zählen Blöcke, die bei der Inline-Komprimierung ausgelassen wurden, z. B. Teilüberschreibungen von Komprimierungsgruppen.

Komprimierungs-Performance und Speicherplatzeinsparungen

Die Datenkomprimierung nutzt die internen Merkmale von Data ONTAP und ist somit äußerst effizient. Die NetApp Datenkomprimierung verursacht eine minimale Performance-Beeinträchtigung, die sich nicht ganz beseitigen lässt. Die Auswirkungen hängen von einer Vielzahl von Faktoren ab, z. B. Datentyp, Datenzugriffsmuster, Hardwareplattform, Menge der freien Systemressourcen usw. Sie müssen die Auswirkungen in einer Testumgebung überprüfen, bevor Sie die Komprimierung auf Produktions-Volumes aktivieren.

Tests der nachgelagerten Komprimierung auf einem FAS6080-System ergaben einen Komprimierungsdurchsatz von 140 MB/s für einen einzelnen Prozess bei einem Maximaldurchsatz von 210 MB/s bei mehreren parallelen Prozessen. Für Workloads wie File Services wird auf Systemen mit einer geringeren CPU-Auslastung als 50 % eine um ca. 20 % gestiegene CPU-Auslastung für Datensätze erkennbar, die zu 50 % komprimierbar waren. Bei Systemen mit mehr als 50-prozentiger CPU-Auslastung kann die Auswirkung noch signifikanter sein.

Abbildung 2 zeigt Speicherplatzeinsparungen, die sich aus der Aktivierung der Komprimierung und Deduplizierung für verschiedene Workloads ergeben.

Zuständigkeiten von VMware- und Storage-Admin beim Verwenden des VSC vCenter-Plug Ins.

Abbildung 2: Typische Speicherplatzeinsparungen, die sich aus der Aktivierung der Komprimierung und/oder Deduplizierung ergeben.

Anwendungsbeispiele

Wie bereits erwähnt, müssen bei der Entscheidung, ob die Komprimierung oder Deduplizierung aktiviert werden soll, die Vorzüge von Speicherplatzeinsparungen mit potenziellen Auswirkungen auf die Performance abgewägt werden. Es ist wichtig, beide Aspekte gegeneinander abzuwägen, um herauszufinden, in welchen Fällen die Komprimierung in Ihrer Storage-Umgebung am sinnvollsten ist.

So eignen sich Datenbank-Backups (und Backups allgemein) potenziell optimal für die Datenkomprimierung. Datenbanken sind häufig extrem groß und es gibt viele Benutzer, die für Kapazitätseinsparungen von über 65 % leichte Performance-Einbußen gern in Kauf nehmen. Bei einem Test, bei dem vier Oracle Volumes parallel gesichert wurden, ergaben sich bei aktivierter Inline-Komprimierung Speicherplatzeinsparungen von 70 % bei einem 35-prozentigen Anstieg der CPU-Auslastung ohne Änderung des Backup-Zeitfensters. Die meisten von uns würden wahrscheinlich unter solchen Umständen angesichts der signifikanten Einsparungen die Komprimierung unter der Voraussetzung aktivieren, dass für den Ziel-Storage die CPU-Ressourcen verfügbar sind. Beim Bestimmen der Größe neuer Storage-Systeme für Backups müssen Sie prüfen, ob für die Komprimierung ausreichend CPU-Kapazität vorhanden ist.

Ein weiteres mögliches Anwendungsbeispiel sind File Services. Bei Tests mit einem File Services Workload in einem System, das zu etwa 50 % ausgelastet war, und mit einem um 50 % komprimierbaren Datensatz kam es bei unseren Messungen nur zu einem um 5 % niedrigeren Durchsatz. In einer File Services-Umgebung mit Antwortzeiten von einer Millisekunde für Dateien würde dies eine Verlängerung um nur 0,05 Millisekunden bedeuten, sodass die Antwortzeiten auf 1,05 Millisekunden steigen würden. Für eine Platzeinsparung von 65 % ist diese leichte Performance-Einbuße für Sie möglicherweise akzeptabel. Darüber hinaus können noch weitere Einsparungen erzielt werden, indem die Daten mit der NetApp SnapMirror Technologie für Volumes repliziert werden, wodurch Sie Netzwerkbandbreite und Platz auf im Sekundär-Storage einsparen. (Sekundär-Storage wird in diesem Fall ebenso komprimiert wie der Primär-Storage, sodass keine zusätzliche Verarbeitung erforderlich ist). Dieses Szenario führt zu folgenden Ergebnissen:

  • 65 % Storage-Kapazitätseinsparungen für den Primär-Storage
  • 65 % weniger Daten, die zur Replikation über das Netzwerk gesendet werden
  • 65 % schnellere Replikation
  • 65 % Storage-Kapazitätseinsparungen für den Sekundär-Storage

Es gibt noch viele andere Anwendungsbeispiele, in denen eine Komprimierung sinnvoll ist. Wir bieten Ihnen eine Reihe von Tools und Anleitungen, mit denen Sie leichter entscheiden können, welche Anwendungen für Ihre Umgebung am besten geeignet sind. Ziehen Sie für den Primär-Storage die Komprimierung für die folgenden Bereiche in Betracht:

  • File Services
  • Geoseismik
  • Test und Entwicklung

Ziehen Sie für Backup-/Archiv-Storage die Komprimierung für die folgenden Bereiche in Betracht:

  • File Services
  • Geoseismik
  • Virtuelle Server
  • Oracle OLTP
  • Oracle Data Warehouse
  • Microsoft Exchange 2010

Verwenden der Komprimierung

Die NetApp Datenkomprimierung funktioniert auf allen NetApp FAS und V-Series Systemen mit Data ONTAP 8.1 und höher. Die Datenkomprimierung wird auf Volume-Ebene aktiviert. Dies bedeutet, dass Sie festlegen, auf welchen Volumes sie ausgeführt wird. Wenn Sie wissen, dass ein Volume nicht komprimierbare Daten enthält, müssen bzw. sollten Sie die Komprimierung auf diesem Volume nicht aktivieren. Die Datenkomprimierung arbeitet mit der Deduplizierung zusammen, weshalb zunächst die Deduplizierung für das Volume aktiviert werden muss. Ein Volume muss in einem 64-Bit-Aggregat, einem in Data ONTAP 8.0 eingeführten Feature, enthalten sein. Ab Data ONTAP 8.1 gelten bei der Volume-Größe nur Einschränkungen, die von der bestimmten verwendeten Plattform der FAS- oder V-Series bestimmt werden. Sie können die Komprimierung mit Befehlszeilen-Tools wie NetApp System Manager 2.0 aktivieren und verwalten.

Vor Aktivierung der Komprimierung empfiehlt NetApp Tests, um zu bestätigen, dass Sie über die erforderlichen Ressourcen verfügen und mögliche Auswirkungen verstehen. Faktoren, die den Grad der Auswirkung beeinflussen:

  • Applikationstyp
  • Komprimierbarkeit des Datensatzes
  • Datenzugriffsmuster (beispielsweise sequenzieller bzw. wahlfreier Zugriff, I/O-Größe und -Muster)
  • Durchschnittliche Dateigröße
  • Änderungsrate
  • Anzahl der Volumes, auf denen die Komprimierung aktiviert ist
  • Hardware-Plattform und CPU-/Speichergröße im System
  • Systemlast
  • Festplattentyp und -geschwindigkeit
  • Anzahl der Spindeln im Aggregat

Im Allgemein gelten die folgenden Regeln:

  • Die Komprimierungs-Performance lässt sich mit dem Typ der Hardwareplattform skalieren.
  • Je mehr Prozessorkerne, desto mehr Durchsatz.
  • Je schneller die Prozessorkerne, desto geringer die Auswirkung auf den Durchsatz.
  • Je komprimierbarer die Daten, desto geringer die Auswirkung auf den Durchsatz.

Auswählen der Inline- oder nachgelagerten Komprimierung

Beim Konfigurieren der Komprimierung haben Sie die Wahl zwischen der sofortigen Komprimierung, der Inline-Komprimierung im Zusammenspiel mit der regelmäßigen nachgelagerten Komprimierung oder der alleinigen nachgelagerten Komprimierung. Die Inline-Komprimierung kann für sofortige Speicherplatzeinsparungen, weniger Festplatten-I/O-Vorgänge und kleinere Snapshot Kopien sorgen. Da bei der nachgelagerten Komprimierung zunächst unkomprimierte Blöcke auf die Festplatte geschrieben werden, die später gelesen und komprimiert werden, ist dies der bevorzugte Modus, wenn es zu keinen potenziellen Performance-Einbußen bei neuen Schreibvorgängen kommen soll oder in Spitzenzeiten keine zusätzliche CPU-Kapazität genutzt werden soll.

Die Inline-Komprimierung ist in Situationen am nützlichsten, in denen Sie nicht von der Performance abhängig sind, Einbußen bei der Schreibleistung akzeptabel sind und in Spitzenzeiten CPU-Kapazität zur Verfügung steht. Tabelle 1 enthält verschiedene Aspekte für die Inline- und die nachgelagerte Komprimierung.

Ziel Empfehlung
Minimieren des Snapshot-Speicherplatzes. Bei der Inline-Komprimierung wird die Menge des von Snapshot Kopien belegten Speicherplatzes minimiert.
Minimieren der Belegung von Festplattenspeicher auf Qtree SnapMirror- oder SnapVault Zielen. Die Inline-Komprimierung ermöglicht unmittelbare Einsparungen bei minimalen Auswirkungen auf Backup-Zeitfenster. Darüber hinaus belegt sie weniger Speicherplatz in der Snapshot Reserve.
Minimieren der Festplatten-I/O. Bei der Inline-Komprimierung wird die Anzahl neuer Blöcke reduziert, die auf die Festplatte geschrieben werden.
Vermeiden von Auswirkungen auf die Performance bei neuen Schreibvorgängen. Bei der nachgelagerten Komprimierung werden die neuen Daten ohne Auswirkungen auf die anfängliche Schreib-Performance unkomprimiert auf die Festplatte geschrieben. Sie können anschließend planen, wann die Komprimierung erfolgt, um Speicherplatz freizugeben.
Minimieren der Auswirkungen auf die CPU zu Spitzenzeiten. Die nachgelagerte Komprimierung ermöglicht die zeitliche Planung der Komprimierung, wodurch die Auswirkungen der Komprimierung zu Spitzenzeiten minimiert werden.

Tabelle 1: Aspekte bei der alleinigen Verwendung der nachgelagerten Komprimierung im Vergleich zur Inline- und nachgelagerten Komprimierung

Datenkomprimierung und andere NetApp Technologien

Die NetApp Datenkomprimierung arbeitet ergänzend mit der NetApp Deduplizierung zusammen. In diesem Abschnitt wird die Datenkomprimierung im Zusammenspiel mit anderen beliebten NetApp Technologien erläutert.

Snapshot Kopien. Snapshot Kopien bieten die Möglichkeit, Daten bis zu einem bestimmten Zeitpunkt wiederherzustellen, indem Blöcke beibehalten werden, die sich nach Erstellen der Snapshot Kopie ändern. Die Komprimierung kann die Größe des von einer Snapshot Kopie eingenommenen Speicherplatzes verringern, da komprimierte Daten weniger Speicherplatz auf der Festplatte belegen.

Bei der nachgelagerten Komprimierung können durch eine Snapshot Kopie gesperrte Daten komprimiert werden. Die Einsparungen stehen aber nicht unmittelbar zur Verfügung, da die ursprünglichen nicht komprimierten Blöcke auf der Festplatte verbleiben, bis die Snapshot Kopie abgelaufen ist oder gelöscht wird. NetApp empfiehlt das Abschließen der nachgelagerten Komprimierung, bis Snapshot Kopien erstellt wurden. Best Practices zum Verwenden der Komprimierung mit Snapshot Kopien finden Sie im technischen Bericht TR-3958 oder TR-3966.

Volume SnapMirror: Volume SnapMirror wird auf der physischen Blockebene ausgeführt. Wenn Deduplizierung und/oder Komprimierung auf dem Quell-Volume aktiviert sind, bleiben die Platzeinsparungen, die auf Deduplizierung und Komprimierung zurückzuführen sind, währender der Übertragung und auf dem Zielsystem erhalten. Dies kann die während der Replikation erforderliche Netzwerkbandbreite sowie die Dauer der SnapMirror Übertragung erheblich verringern. Berücksichtigen Sie folgende allgemeine Richtlinien:

  • Quell- und Zielsystem sollten identische Versionen von Data ONTAP nutzen.
  • Komprimierung und Deduplizierung werden nur auf dem Quellsystem gemanagt. Das flexible Volume des Zielsystems übernimmt die Storage-Einsparungen.
  • Die Komprimierung bleibt während der Übertragung erhalten. Dadurch wird nicht nur die Menge der übertragenen Daten, sondern auch die benötigte Netzwerkbandbreite und die für die Übertragung benötigte Zeit reduziert.
  • Es ist keine SnapMirror Linkkomprimierung erforderlich, da die Daten bereits von der NetApp Datenkomprimierung komprimiert wurden.

Die Reduzierung der Netzwerkbandbreite sowie der SnapMirror Übertragungszeit ist direkt proportional zu den Platzeinsparungen. Wenn Sie beispielsweise 50 % der Festplattenkapazität einsparen, sinkt die SnapMirror Übertragungszeit um 50 %, und die Menge der zu übertragenden Daten halbiert sich ebenfalls.

Qtree SnapMirror und SnapVault. Qtree SnapMirror und SnapVault sind auf der logischen Blockebene aktiv. Deduplizierung und Komprimierung erfolgen auf dem Storage-Quell- und Zielsystem unabhängig voneinander, weshalb diese Technologien nach Bedarf auf einem oder beiden Systemen aktiviert werden können. Hierdurch können Sie Ihre Qtree SnapMirror und/oder SnapVault Backups komprimieren und/oder deduplizieren, selbst wenn die Quelldaten nicht komprimiert oder dedupliziert wurden. Die nachgelagerte Komprimierung und Deduplizierung werden automatisch ausgeführt, nachdem eine SnapVault Übertragung abgeschlossen wurde, es sei denn, der Zeitplan ist auf manuell festgelegt.

Klonen. Die NetApp FlexClone Technologie erstellt sofort virtuelle Kopien von Dateien oder Daten-Volumes – Kopien, die erst dann zusätzlichen Speicherplatz erfordern, wenn die Klone geändert werden. FlexClone unterstützt sowohl Deduplizierung als auch Komprimierung. Wenn Sie die Komprimierung für das übergeordnete Volume aktivieren, werden die Einsparungen vom Klon übernommen. Oder Sie können die Komprimierung für ein Klon-Volume aktivieren, damit die neuen in den Klon geschriebenen Daten von der Komprimierung profitieren, ohne die übergeordnete Kopie zu beeinträchtigen.

Schlussfolgerung

Die Datenkomprimierungstechnologie von NetApp ist ein wichtiges Tool für die effiziente Nutzung von Storage, mit dem die Speicherplatzbelegung von Primär- und Sekundär-Storage optimiert werden kann. Umfassende Informationen zu allen in diesem Kapitel behandelten Themen und mehr finden Sie in TR-3958: NetApp Data Compression and Deduplication Deployment and Implementation Guide: Data ONTAP 8.1 Operating in 7-Mode und TR-3966: NetApp Data Compression and Deduplication Deployment and Implementation Guide: Data ONTAP 8.1 Operating in Cluster-Mode.

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Sandra Moulton
Technical Marketing Engineer
NetApp


Seit ihrem Eintritt bei NetApp vor gut zwei Jahren beschäftigt sich Sandra Moulton fast ausschließlich mit Storage-Effizienz und hat sich dabei auf Deduplizierung und Datenkomprimierung spezialisiert. Sie ist für das Erstellen von White Papers, Best Practice-Leitfäden und Referenzarchitekturen für diese wichtigen Technologien verantwortlich. Sandra verfügt über mehr als 20 Jahre Branchenerfahrung und bekleidete bereits ähnliche Funktionen bei anderen führenden Unternehmen im Silicon Valley.


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