NetApp Tech OnTap NetApp Logo
NetApp Tech OnTap
     
Virtual Desktop-Lösungen zur Remote-3D-Virtualisierung

Desktop-Virtualisierungslösungen sind heute beliebt, weil sich mit Flash-Storage die I/O-Lese- und -Schreibvorgänge beschleunigen lassen und dadurch eine höhere Endbenutzerfreundlichkeit erreicht wird. Remote Virtual Desktops werden inzwischen in Remote-Zweigstellen und Callcentern, aber auch in Büros für allgemeine Zwecke häufig eingesetzt. Bis vor Kurzem waren jedoch für Applikationen mit High-Performance-Grafik äußerst kostspielige, dedizierte Workstations mit Multi-Core-CPUs, jeder Menge RAM und lokalen SSD-Laufwerken erforderlich. Durch die Kombination von serverbasierter GPU-Hardware, Software-Integration mit Desktop-Virtualisierungssoftware und All-Flash-Storage lassen sich jetzt auch Remote-Desktops für zahlreiche Applikationen mit 3D-Grafik einsetzen, wie beispielsweise seismische Analysen und CAD/CAM – also für Nutzungsfälle, für die zuvor dedizierte Workstations erforderlich waren.

Unternehmen in der Öl- und Gasindustrie wie Apache Corp zählen zu den ersten Nutzern von Remote-3D-Virtualisierungsimplementierungen: Mit Schlumberger Petrel verbessern sie die Effizienz und beschleunigen die Analyse seismischer Daten. Tech OnTap hatte kürzlich die Möglichkeit, Brian Casper, Technical Marketing Engineer for End User Computing, einige Fragen zu seinem neuen Ansatz bei grafikintensiven Applikationen zu stellen.

TOT: Warum setzen immer mehr Unternehmen in der Öl- und Gasindustrie Remote Virtual Desktops zur 3D-Visualisierung ein?

Casper: Öl- und Gasunternehmen, die sehr viele seismische Analysen durchführen, waren hierbei mit die Ersten. Dieser Trend setzt aber zunehmend auch bei anderen grafikintensiven Applikationen ein. Das Hauptargument für die Nutzung von Remote-3D-Desktops liegt in der Steigerung der Benutzerproduktivität, da der Zugriff auf leistungsstarke Applikationen über zahlreiche Geräte von verschiedenen Standorten aus erleichtert wird. So kann ein Benutzer beispielsweise im Büro eine Analyse starten und sich abends auf einem anderen Gerät einloggen, um den Status zu überprüfen oder weiterzuarbeiten. Es gibt aber noch weitere, weniger offensichtliche Vorteile.

Mit Remote-3D-Desktops verbleiben die Datensätze unabhängig vom Zugriffsstandort jederzeit im Datacenter. Dieser Ansatz ist besonders für Unternehmen sinnvoll, deren Spezialisten in politisch instabilen Regionen arbeiten, etwa bei Öl- und Gasanlagen in einigen Teilen des Nahen Ostens. Die Möglichkeit, komplexe Modelle remote auszuführen, ohne geistiges Eigentum zu gefährden, ist ein enormer Pluspunkt. Dasselbe gilt auch für die Fertigungsindustrie, in der zahlreiche Teile und Produkte von Vertragspartnern produziert werden. Mit Remote-3D lassen sich detaillierte Zeichnungen und Spezifikationen über Remote-Workstations aufrufen, während die Daten sicher im Datacenter verbleiben.

Ein weiterer Vorteil ist die geringe Bandbreite, die zur Analyse sehr großer Datensätze, wie sie in der Öl- und Gasindustrie häufig benötigt werden, erforderlich ist. Allein die seismischen Daten für einen Quadratkilometer können Datenmengen von mehreren Hunderten Terabyte verursachen. Statt diese riesigen Datensätze über ein Netzwerk zu übertragen und auf lokalen Systemen zu analysieren, kann die Analyse auf Servern und GPUs im Datacenter erfolgen, wodurch nur die Anzeigedaten über das Netzwerk versendet werden müssen.

TOT: Inwiefern unterscheidet sich diese Lösung von herkömmlichen VDI-Lösungen auf der Basis von Citrix und VMware?

Casper: Die Einrichtung und das Management von Remote-3D-Desktops ähneln herkömmlichen VDIs und dürften für alle, die mit Citrix XenDesktop oder VMware Horizon View vertraut sind, kein Problem darstellen. Für den Einstieg sind folgende grundlegenden Schritte erforderlich:

  1. Installieren Sie NVIDIA GPUs im Server-Chassis, je nach Server entweder PCIe- oder Mezzanine-Karten.
  2. Installieren Sie ein Hypervisor-Plug-in für das Management der Karten und der Benutzerprofile.
  3. Aktualisieren Sie den Grafiktreiber des Gastbetriebssystems mit dem NVIDIA GPU-Treiber. Dadurch wird der virtualisierte Grafiktreiber ersetzt, der die Server-CPU für das Grafik-Rendering nutzt. Nach der Installation erhält die GPU alle Anforderungen für das Grafik-Rendering von der im Gastbetriebssystem ausgeführten Applikation und gibt die aktualisierten Grafik-Frames als HD-Video-Stream aus.
  4. Schließlich richtet der Administrator Benutzerprofile ein und optimiert die Performance mithilfe des Plug-in-Managementtools. Beispielsweise kann der Administrator eine vollständige GPU dediziert einem High-Performance-Benutzer zuweisen oder GPU-Ressourcen (Cores und Video-RAM) auf zahlreiche Benutzer verteilen, um eine kostengünstigere Lösung zu erzielen.

NVIDIA bietet eine Testversion der GRID GPU-Technologie an, die kostenfrei über das Internet zur Verfügung steht (Registrierung erforderlich).

TOT: Können Sie einige der wichtigsten Überlegungen bei der Implementierung von Remote-3D-Desktops nennen?

Casper: Bei der Planung dieser Lösung gibt es ein paar Dinge zu beachten. Prüfen Sie zunächst einmal, ob Ihre Applikation für die Verwendung mit serverbasierten GPUs optimiert wurde. Im NVIDIA Applikationskatalog sind derzeit über 300 Applikationen gelistet. Sie sollten auch bedenken, dass die Anzahl der Benutzer pro Server geringer sein wird als in einer herkömmlichen VDI-Umgebung. In der Regel würde ich empfehlen, die normalen Best Practices für VDIs zu befolgen und anschließend die Benutzeranzahl zurückzuskalieren, um die Ressourcen pro Benutzer zu erweitern. Schließlich sollten Sie den Einsatz von All-Flash-Storage planen, um eine konsistent hohe Performance zu erreichen. Auch wenn für einige Datensätze mit einer sehr hohen Kapazität eventuell weiterhin eine Hybrid-Flash-Festplattenlösung erforderlich ist, um die Kosten niedrig zu halten, wird man auch diese bald auf All-Flash umstellen, wenn die Entwicklung der Technologie weiter voranschreitet und die Preise entsprechend fallen.

TOT: Welche NetApp Lösungen und Ressourcen stehen Unternehmen zur Verfügung, die Remote-3D-Desktops evaluieren möchten?

Casper: Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten. Mithilfe unserer detaillierten Implementierungs-Leitfäden für Citrix XenDesktop und VMware Horizon View können Sie Ihre eigene Lösung mit einem All-Flash-Array aufbauen. Der zweite Ansatz besteht in der Implementierung einer FlexPod Lösung in Zusammenarbeit mit einem unserer Certified Partners. Dabei handelt es sich um ein sofort einsatzbereites System auf der Grundlage einer gemeinsam zertifizierten Referenzarchitektur von NetApp und Cisco.

Quelle: NetApp, 2016

TOT: Sind Remote-3D-Desktops auch als Cloud-Service erhältlich?

Casper: Ja. Mit der Data Fabric Architektur von NetApp ist die Implementierung sowohl lokal als auch in der Cloud möglich. Service-Provider-Partner wie IBM SoftLayer bieten die Lösung bereits als Cloud-Service an. Darüber hinaus kann die NVIDIA Technologie auch mit Amazon Web Services (AWS) implementiert werden. In Kombination mit NetApp Private Storage für AWS lässt sich damit eine Lösung aufbauen, die die Skalierbarkeit und die On-Demand-Funktionen von AWS mit der Sicherheit und der hohen Performance eines NetApp All-Flash-Systems verbinden, das die Datensätze in Cloud-Nähe (aber nicht in der Cloud) speichert.

Um zu erfahren, wie Apache Corporation mit NetApp Flash-Lösungen die Entdeckung neuer Erdöl- und Erdgaslagerstätten beschleunigt, lesen Sie die Kundenreferenz und die technische Fallstudie.

März 2016

 

Entdecken

Die folgenden technischen Ressourcen enthalten weitere Informationen:

TRUSTe
Kontakt   |   Bezugsquelle   |   Feedback   |   Karriere  |   Abonnements   |   Datenschutzrichtlinie   |   © 2016 NetApp