Bei der Diskussion über Daten im Unternehmen fehlt es häufig an echten Daten, aber es besteht kein Mangel an sehr unspezifischen übertriebenen Adjektiven. Oft ist von „riesigen“, „überwältigenden“ und „ausufernden“ (oder auch von „gigantischen“) Datenmengen die Rede.

Eine Umfrage von NewVantage Partners stellt den aktuellen Stand der Informationstechnologie ins numerische Licht: In den Jahren 2014 bis 2016 hat sich die Zahl der Fortune 1000-Unternehmen, die im kommenden Jahr mehr als 50 Millionen für Dateninitiativen auszugeben beabsichtigen, von 5 Prozent auf 25 Prozent verfünffacht.

Daten sind nicht nur der Motor moderner Unternehmen, sie werden zum Unternehmen. In dieser neuen Welt spielen Daten-Visionäre die Hauptrolle. Sie transformieren ihre Abteilungen, erstellen und beherrschen neue Geschäftsmodelle und formen die Branchen der Zukunft.

Woher wissen Sie, ob Sie ein Daten-Visionär sind oder sich auf dem Weg dahin befinden? So können Sie Ihren Fortschritt messen:

  1. Sie denken neu, wenn es um Daten geht. In den Anfängen der IT handelte es sich bei den meisten Daten um hochwertige transaktionsorientierte Informationen. Da sie hochverfügbar und hochredundant sein mussten, war Dateispeicherung und -management eine kostspielige Angelegenheit und Unternehmen konnten nur die neuesten, am leichtesten zugänglichen Daten aufbewahren. Heute sammeln Unternehmen exponentiell mehr Daten. Viele davon haben jedoch ein Ablaufdatum, weshalb Flexibilität und Agilität von zentraler Bedeutung sind.

  2. Sie stellen Fragen, die andere nicht stellen. Durch Ihr fundiertes Wissen über Datentechnologien lernt Ihr Unternehmen mehr über seine Kunden und erschließt Möglichkeiten zur Kostenreduzierung und Effizienzsteigerung. Mit Fragen wie „Was, wenn ...?“, „Wofür könnten wir diese Daten noch nutzen?“, „Wie erreichen wir dieses Ziel?“ und „Was kann ich dazu beitragen?“ erweitern Sie aber auch Grenzen.

  3. Sie sehen neue Geschäftsmodelle. Sie sprudeln vor Ideen, mit Daten Umsatz zu machen. Wenn Sie beispielsweise für einen Autohersteller arbeiten, geht Ihnen möglicherweise Folgendes durch den Kopf: Wie könnte man mit den Fahrzeugdaten die Versicherungskosten oder Wartungskosten für den Fahrzeughalter senken und gleichzeitig einen neuen Umsatzstrom für das Unternehmen generieren? Oder Sie könnten die Informationen über das Fahrverhalten der Kunden so nutzen, dass Sie bei der Erneuerung des Leasingvertrags genau das richtige Automodell vorschlagen können.

  4. Sie verstehen den Wert älterer Systeme. Sie sind auf dem neuesten Stand, was Flash und Solid State Drives sowie Cloud- und Hybridumgebungen betrifft. Ihnen ist aber auch bewusst, dass die älteren Systeme in Ihrem Datacenter äußerst wertvolle Geschäftsdaten enthalten. Diese Daten sind das vielversprechendste Potenzial für heutige Unternehmen, denn mit ihnen lassen sich Umsatz und Gewinne steigern und das Unternehmen stärken. Anstatt diese älteren Systeme zu eliminieren, verstehen Sie sie als weiteren nützlichen Datenbestand.

  5. Sie denken über die Grenzen Ihres Unternehmens hinaus. Sie sind erfahren darin, Barrieren für die interne gemeinsame Nutzung von Daten zu senken und Silos aufzulösen. Sie können sich die Datennutzung aber auch in einem größeren Rahmen vorstellen und überlegen sich Wege, wie Sie Daten von außerhalb des Unternehmen, also zum Beispiel von einem Lieferanten, Reseller oder einer Regierungsbehörde nutzbar machen können.

Die Menge der Daten im Unternehmen wird weiterhin nur „riesiger“, „überwältigender“ und „ausufernder“. Wenn Sie noch nicht begonnen haben, anders über die von Ihnen verwalteten Daten zu denken, wäre jetzt genau der richtige Zeitpunkt dafür.

Wir sind alle auf demselben Weg. Und ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören, wie Sie Ihre Fortschritte messen, #datadriven zu werden. Sie erreichen mich über Twitter unter @DrMarkBregman.